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Selbstanzeige : Immer mehr Steuersünder offenbaren sich

Das Gesetz gewährt den Steuerzahlern die Möglichkeit zur Selbstanzeige Bild: dpa

Die Welle von Selbstanzeigen rollt ungebremst weiter. Allein in Niedersachsen haben sich laut einer Umfrage der F.A.Z. 104 Steuerhinterzieher bei den Behörden gemeldet. Nach Einschätzung von Beratern ist es für eine Selbstanzeige in den meisten Fällen noch lange nicht zu spät.

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          Die Welle von Selbstanzeigen rollt ungebremst weiter. Eine Umfrage der F.A.Z. ergab am Montag: Allein in Niedersachsen haben sich bislang 104 Steuerhinterzieher bei den Behörden gemeldet, seit der Ankauf mehrerer CDs mit gestohlenen Bankdaten aus der Schweiz erwartet wird. In Berlin lag die Zahl bei 133, in Hessen bei 113 und in Hamburg bei 105 „Nacherklärungen“.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          So bezeichnen Rechtsanwälte und Steuerberater Selbstanzeigen in der Praxis, um ihre Mandanten nicht selbst zu belasten, falls im Einzelfall eine Straffreiheit scheitern sollte. Das Finanzministerium in Bayern spricht von 291 Selbstanzeigen. In sächsischen Finanzämtern sind seit Anfang Februar 17 Selbstanzeigen eingegangen, die in Zusammenhang mit Kapitalanlagen in der Schweiz stehen. Wie das Ministerium in Dresden mitteilte, wurden 960 000 Euro nacherklärt, die Summe der hinterzogenen Steuern beläuft sich auf 161 000 Euro.

          Meist nicht zu spät für die Selbstanzeige

          In Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg hat man dagegen noch immer keine Zahlen, wie sich die neuen Informationsquellen der Finanzverwaltung auf die Neigung der Steuerzahler, sich gegenüber den Behörden zu offenbaren auswirken. Nach Einschätzung von Beratern ist es für eine Selbstanzeige in den meisten Fällen noch lange nicht zu spät. Denn zunächst müssen die Staatsanwaltschaften in Nordrhein-Westfalen untereinander ihre Zuständigkeit klären, sodann die von der Bundesregierung angekauften Daten auswerten und mit den Steuerakten der betroffenen Kontoinhaber abgleichen.

          Bislang ist aber offenbar noch nicht einmal die CD übergeben worden, die ein Informant den deutschen Behörden für 2,5 Millionen Euro angeboten hat. Wuppertaler Steuerfahnder führen dem Vernehmen nach in Frankreich auf „neutralem Boden“ die Verhandlungen.

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