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Rekord : Mehr als 35.000 Steuerhinterzieher zeigen sich selbst an

  • Aktualisiert am

Bis zum 31.12. zum Finanzamt – Steuerhinterzieher können diese Jahr noch viel Geld sparen, bevor sie entdeckt und bestraft werden Bild: dpa

Die Zahl geständiger Steuerbetrüger erreicht Rekordniveau. Die meisten Anzeigen kommen aus dem „Musterländle“. Auffällig viele erinnern sich auch in Nordrhein-Westfalen an ihre Steuerschuld.

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          Bereits mehr als 35.000 Steuerhinterzieher haben in diesem Jahr nach einem Zeitungsbericht Selbstanzeigen gestellt – so viele wie nie zuvor. Das berichtet die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf jüngste verfügbare Zahlen der Finanzministerien aller 16 Länder. Für Steuerbetrüger wird es ab Januar deutlich teurer, mit einer Selbstanzeige straffrei davonzukommen.

          Die meisten Anzeigen in diesem Jahr gab es dem Bericht zufolge bisher in Baden-Württemberg. Dort hätten sich bis Anfang Dezember 8583 Steuersünder selbst angezeigt. Das Stuttgarter Finanzministerium schätzt die dadurch angefallenen Mehreinnahmen in diesem Jahr auf rund 497 Millionen Euro. Zusammen mit Bayern gilt das “Musterländle“ als die Region Deutschlands mit der größten Dichte an Top-Wirtschafts- und Wohlstandsregionen. Auf Platz zwei folge Nordrhein-Westfalen mit 7117 Selbstanzeigen bis Anfang Dezember und geschätzten Mehreinnahmen von rund 365 Millionen Euro.

          Ab Januar sinkt die Grenze, bis zu der Steuerhinterziehung ohne Zuschlag bei einer Selbstanzeige straffrei bleibt, von 50.000 auf 25.000 Euro. Bei höheren Beträgen wird bei gleichzeitiger Zahlung eines Zuschlages von zehn Prozent von einer Strafverfolgung abgesehen.

          Ab einem Hinterziehungsbetrag von 100.000 Euro werden 15 Prozent Strafzuschlag fällig, ab einer Million Euro 20 Prozent. Bisher wird ein Zuschlag von fünf Prozent berechnet. Zudem müssen neben dem hinterzogenen Betrag in Zukunft auch die Hinterziehungszinsen in Höhe von sechs Prozent pro Jahr sofort entrichtet werden. Zudem wird die Strafverfolgungsverjährung auf zehn Jahre ausgedehnt.

          Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, die meisten Selbstanzeigen kämen aus Nordrhein-Westfalen. Das ist nicht richtig, tatsächlich kommen die meisten Selbstanzeigen aus Baden-Württemberg. Die „Welt am Sonntag hat ihre entsprechenden Angaben inzwischen korrigiert – und wir natürlich auch.

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