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Kritik an WM-Vergabe : Qatar reicht Klage gegen Theo Zwanziger ein

Theo Zwanziger reagiert auf die Klage gelassen. Bild: dpa

Als ein „Krebsgeschwür des Weltfußballs“ hat der frühere DFB-Präsident Zwanziger Qatar bezeichnet. Eine Unterlassungserklärung wollte er nicht abgeben. Auf die Klage reagiert er gelassen.

          Der Fußballverband Qatars hat eine Unterlassungsklage beim Landgericht in Düsseldorf gegen den ehemaligen Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, eingereicht. Die Klageschrift liegt FAZ.NET vor. Hintergrund ist eine von Zwanziger nicht abgegebene Unterlassungserklärung, die die Qaterer im Juni von ihm eingefordert hatten.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Es geht um seine in verschiedenen Medien getroffene Aussage, „dass Qatar ein Krebsgeschwür des Weltfußballs ist“. Der Streitwert der Klage liegt bei 100.000 Euro. Auf Anfrage reagierte Zwanziger gelassen auf die Entwicklung. „Sie sollen das tun, was sie nicht lassen können. Es reiht sich ein in die Fehleinschätzungen der Qatarer, die wir seit Jahren verfolgen“, sagte der frühere DFB-Chef FAZ.NET. Zwanziger war im Mai auch turnusgemäß aus dem Vorstand des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa) ausgeschieden und hält derzeit keine Funktion mehr als Fußballfunktionär.

          Qatar wird von der Kanzlei Peter Gauweilers vertreten

          Vertreten wird die qatarische Seite von der Münchner Rechtsanwaltskanzlei Bub, Gauweiler und Partner. Hier ist der ehemalige CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler geschäftsführender Partner. Der Wirtschaftsanwalt und langjährige Politiker hatte zuletzt die Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch im Rechtsstreit gegen die Deutsche Bank erfolgreich vertreten. Zwanziger, selbst Rechtsanwalt, lässt sich von einer Kanzlei in der Nähe seines Heimatortes Altendiez juristisch vertreten.

          In einer früheren Mitteilung der Botschaft Qatars in Berlin hatte es geheißen, Zwanzigers Äußerungen zu Qatar seien eine „nicht hinnehmbare Verleumdung und Herabwürdigung seiner Bürger und staatlichen Gemeinschaft beziehungsweise seiner Mitglieder“. Qatar sei grundsätzlich offen für konstruktive Kritik, das von Zwanziger benutzte Wort „Krebsgeschwür“ sei aber das genaue Gegenteil. Zudem fehle es Zwanzigers Kritik an Beweisen.

          Der Fußballfunktionär hatte die Vergabe der WM 2022 an das Emirat stets kritisiert und dabei neben den Korruptionsvorwürfen auch die Menschenrechtsfrage in den Mittelpunkt seiner Bedenken gestellt. Zwanziger prangerte auch als Mitglied des Fifa-Vorstandes Missstände an und trat dafür auch beim Europäischen Parlament auf. Qatar muss sich seit einiger Zeit gegen Vorwürfe von Menschenrechtsorganisationen wehren, die weiterhin eine Ausbeutung von Gastarbeitern auf den Baustellen des Landes sehen.

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