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Prozess wegen Steuerhinterziehung : Muss Uli Hoeneß ins Gefängnis?

Am Montag beginnt in München der Prozess gegen Uli Hoeneß Bild: REUTERS

Deutschlands berühmtester Steuersünder wird keinesfalls frei gesprochen. Allenfalls mit „mildernden Umständen“ käme Uli Hoeneß um das Gefängnis herum.

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          Landet Uli Hoeneß im Gefängnis? Ja, lautet die Antwort - zumindest im Prinzip. Wer mehr als eine Million Euro Steuern hinterzogen hat, muss in Haft. Richtig ins Gefängnis. Eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung ist nicht vorgesehen. Fünf Jahre ist es her, dass der Bundesgerichtshof in Karlsruhe in einem Grundsatzurteil so entschieden hat, am 2.Dezember 2008, was als „Attacke auf Steuerkriminelle“ bejubelt wurde.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Aufgefallen als eingesperrter Steuersünder ist seither kein Millionär, der auch nur annähernd so prominent wäre wie Uli Hoeneß. Und so wird sein Fall zum Präzedenzfall, zum Prozess des Jahres, ein Fest für Freunde juristischer Spitzfindigkeiten wie für die argumentativen Grobmotoriker. Am Montag wird es ernst im Landgericht München II. Ganze vier Zeugen sind geladen, nach vier Tagen soll Schluss sein, am Donnerstag schon ist mit dem Urteil zu rechnen. Die alles entscheidende Frage dabei heißt: Gefängnis oder nicht?

          Ein Freispruch für Hoeneß ist nicht einmal theoretisch denkbar, den kann es nicht geben, das fordern nicht mal die Verteidiger: Schließlich hat der Mann eine „große Torheit“ gestanden. Eine Einstellung des Verfahrens ist das Äußerste, was seine Anwalt Hanns Feigen jetzt noch rausholen kann. Und Feigen ist ein berühmter Mann, der schon Klaus Zumwinkel, Wendelin Wiedeking und Jürgen Fitschen zur Seite stand.

          Wild mit Aktien gewettet

          Die Fakten sind einigermaßen sortiert: Uli Hoeneß, herausragend erfolgreicher Fußball-Manager (der FC Bayern München ist der reichste Fußballclub der Welt), im Nebenberuf Wurstfabrikant, legt sich in den 70er Jahren in der Schweiz ein Konto an (Bank Vontobel), das er vor dem deutschen Fiskus verbirgt. Den Betrag der hinterzogenen Steuern rechnen die Staatsanwälte auf 3,5 Millionen Euro hoch, so war es vorab zu lesen. Betroffen sind die Jahre 2003 bis 2009.

          Tausende Deals hat Hoeneß nach eigenen Angaben auf seinem Zockerkonto abgewickelt, hat wild gegen Devisen und mit Aktien gewettet. Dem Finanzamt daheim am Tegernsee hat er das alles verheimlicht, und dann – in einer Nacht-und-Nebel-Aktion Mitte Januar 2013 – sich selbst angezeigt. Am morgen darauf hat er dem Finanzamt Millionen überwiesen - und gehofft, damit wäre es getan.

          Ein Irrtum, wie sich Wochen später herausstellte: Am 20. März klingelten Staatsanwälte und Steuerfahnder an seiner Tür, Privat- wie Büroräume wurden durchsucht. Dass die Razzia später öffentlich wurde, der Fußball-Manager als Krimineller vorgeführt wurde, dieser Skandal im Skandal, der tut Hoeneß besonders weh. Schlimmer ist nur der Schmerz, dass das Finanzamt die Selbstanzeige nicht anerkennt. Damit freilich ist Hoeneß nicht allein: Der Staat kennt keine Gnade für Steuerhinterzieher, die Haltung hat sich im Laufe der Jahre, der Stimmung in Volk folgend, radikalisiert.

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