https://www.faz.net/-gqe-8amu2

Sammelklage gegen Großbanken : Noch mehr Ärger für die Deutsche Bank

  • Aktualisiert am

Die Deutsche Bank bekommt schon wieder neue juristische Schwierigkeiten. Bild: Reuters

Dass die Deutsche Bank in letzter Zeit schmerzlich viel Geld für Rechtsstreitigkeiten einplanen musste, ist bekannt. Jetzt könnte es noch deutlich mehr werden. In Amerika verklagt ein Pensionsfonds zehn Großbanken. Es geht um Milliarden.

          1 Min.

          Den großen Banken droht abermals juristischer Ärger und schon wieder ist auch die Deutsche Bank betroffen: Zehn führende Geldhäuser und zwei Handelsplattformen sollen mit Absprachen den Wettbewerb auf dem 320 Billionen Dollar schweren Markt für sogenannte Zinsswaps behindert haben. Eine entsprechende Klage wurde bei einem Gericht im New Yorker Finanzdistrikt Manhattan eingereicht.

          Die klage richtet sich gegen große amerikanische Häuser wie JP Morgan, Goldman Sachs, Bank of America und die Citigroup, aber auch gegen die Deutsche Bank. Die Schweizer UBS und die Credit Suisse wurden ebenfalls verklagt, ebenso wie die britischen Banken Barclays und Royal Bank of Scotland.

          Pensionsfonds reichte Klage ein

          Eingereicht wurde die Klage von einem Pensionsfonds aus Chicago, der nach eigener Darstellung wegen des eingeengten Wettbewerbs zu viel bezahlen musste, um solche Derivate-Angebote der Banken in Anspruch zu nehmen. Die Institute verhinderten demzufolge einen stärkeren Handel von Zinsswaps auf elektronischen Plattformen. Das habe ihnen über die Jahre zusätzliche Milliarden eingebracht, so die Anklage. Viele Marktteilnehmer nutzen Swaps, um sich gegen Zinsänderungsrisiken abzusichern.

          Zahlreiche Banken rund um den Globus müssen sich schon wegen der Manipulation des Devisenmarktes und von Referenzzinssätzen wie dem Libor verantworten.

          Die Deutsche Bank hatte zuletzt wegen eines hohen Verlustes angekündigt, die Zahl ihrer Mitarbeiter radikal zu reduzieren und rund ein Viertel ihrer Belegschaft abzubauen: Bis 2018 sollen noch etwa 77.000 Vollzeitkräfte für den Dax-Konzern tätig sein, aktuell sind es rund 103.000. Schrumpfen wird die Bank auch ihre internationale Präsenz. Grund für die zuletzt schlechten Zahlen war untere anderem, dass die Bank weiter in Rechtsstreitigkeiten versinkt. Für die Aufarbeitung der juristischen Altlasten hat das Institut nunmehr 4,8 Milliarden Euro zur Seite gelegt. Allein im dritten Quartal kam eine Milliarde hinzu.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.