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Neue Studie : Vielen Kanzleien droht das Ende

Für manche Anwälte nimmt das Aktenwälzen vielleicht schon bald ein jähes Ende Bild: Röth, Frank

Für Anwälte wird es in Zukunft schwieriger werden, sich am Markt zu halten. Gerade Einzelanwälten fehlt die Strategie. Dabei haben die meisten die Finanzkrise eigentlich gut gemeistert. Das steht in einer Zukunftsstudie, die der F.A.Z. vorliegt.

          Viele Kanzleien werden es künftig schwer haben, sich am Markt zu halten. Besonders Einzelanwälte haben noch immer keine klare Strategie, um dem steigenden Wettbewerbsdruck und den immer anspruchsvolleren Mandaten zu begegnen. Das ist das Ergebnis einer umfassenden Zukunftsstudie mit dem Titel „Der Rechtsdienstleistungsmarkt 2030“, die der Deutsche Anwaltverein (DAV) auf dem am Donnerstag in Düsseldorf beginnenden 64. Deutschen Anwaltstag vorstellen wird.

          Corinna Budras

          Redakteurin in der Wirtschaft und für Frankfurter Allgemeine Einspruch.

          Die von der Baseler Prognos AG durchgeführten Umfrage unter 5000 Anwälten zeigt „ein nur geringes Ausmaß aktiver Strategieplanung quer durch alle Kanzleitypen“. Weniger als 10 Prozent der befragten Kanzleien wollen das künftig ändern, heißt es in der knapp 200 Seiten umfassenden Studie, die der F.A.Z. vorliegt.

          Finanzkrise bisher gut bewältigt

          Das ist nach Ansicht des DAV besonders misslich, weil die inzwischen rund 160.000 Advokaten in Deutschland nicht mehr nur innerhalb der Anwaltschaft auf Wettbewerb stoßen, sondern zunehmend auch größere Unternehmen in den Markt drängen. Vor allem Banken und Versicherungen sind schon seit der Lockerung des Anwaltsmonopols 2008 dabei, sich ein Standbein in der Rechtsberatung aufzubauen. „Besonders Einzelanwälte müssen dringend etwas tun, wenn sie nicht vom Markt verdrängt werden wollen“, sagt der DAV-Präsident Wolfgang Ewer im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Bemerkenswert an den Ergebnissen der Studie ist, dass die Anwälte die bisherige Finanzkrise gut bewältigt haben. Die Herausforderungen liegen deshalb nicht in der allgemeinen wirtschaftlichen Lage, sondern darin, dass sich das Berufsumfeld durch eine immer stärkere Öffnung des Rechtsberatungsmarkts künftig weiter drastisch ändern wird.

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