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Nach Vorwürfen : Zumwinkel-Anklägerin verlässt Staatsanwaltschaft

  • Aktualisiert am

Staatsanwältin Lichtinhagen hatte Klaus Zumwinkel persönlich nach der Hausdurchsuchung abgeholt Bild: dpa

Die Liechtenstein-Ermittlerin und Zumwinkel-Anklägerin Margrit Lichtinghagen gibt auf. Sie ziehe die Konsequenz aus den persönlich für sie belastenden Querelen innerhalb der Bochumer Staatsanwaltschaft. Ihr waren zuvor Unregelmäßigkeiten im Umgang mit Geldern vorgeworfen worden.

          Die Liechtenstein-Ermittlerin und Zumwinkel-Anklägerin Margrit Lichtinghagen gibt auf. Die Staatsanwältin verlasse auf eigenen Wunsch den staatsanwaltschaftlichen Dienst, teilte das nordrhein-westfälische Justizministerium am Dienstagabend in Düsseldorf mit. Die Anklägerin des ehemaligen Postchefs Klaus Zumwinkel werde stattdessen eine Aufgabe an einem Amtsgericht übernehmen. Die Hauptverhandlung gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Post beginnt im Januar.

          Lichtinghagen ziehe mit ihrem Rückzug die Konsequenz aus den persönlich für sie belastenden Querelen innerhalb der Bochumer Staatsanwaltschaft, hieß es. Als Anklägerin im Prozess gegen Zumwinkel, der am 22. Januar beginnen soll, werde Lichtinghagen nicht mehr vertreten sein. Die gegen sie erhobenen Vorwürfe hätten sich unterdessen als nicht so gravierend erwiesen, dass sie „sofortige dienstrechtliche Maßnahmen“ rechtfertigten.

          Unregelmäßigkeiten im Umgang mit Geldern

          Es geht um angebliche Unregelmäßigkeiten im Umgang mit Geldern, welche die Anklagebehörde im Zuge von eingestellten Ermittlungsverfahren regulär erhalten hatte. Wie üblich, überwies die Anklägerin das Geld an gemeinnützige Einrichtungen. Sie soll dabei aber nur solche Organisationen berücksichtigt haben, die ihr selbst nahestehen - so lauteten die Vorwürfe. Gerüchte gab es etwa über die angebliche Weitergabe eines Betrags an die private Hochschule Witten-Herdecke, an der demnach eine der Töchter Lichtinghagens studiert. Erst am vergangenen Freitag hatte das nordrhein-westfälische Justizministerium mitgeteilt: „Das Verhältnis zwischen Frau Staatsanwältin Lichtinghagen und der Leitung der Staatsanwaltschaft Bochum ist zerrüttet.“

          Frau Lichtinghagen ist über Fachkreise hinaus vor allem bekannt geworden, weil sie bei der Abholung Zumwinkels aus seinem Privathaus zugegen war und von den wartenden Medien abgelichtet wurde. Seither gilt sie als „Deutschlands prominenteste Wirtschaftsstaatsanwältin“ (siehe dazu auch: Umgang mit Geldern: Vorwürfe gegen Zumwinkel-Anklägerin).

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