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Außergerichtlicher Vergleich : Schickedanz-Klage weitgehend beigelegt

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Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz hatte ursprünglich 1,9 Milliarden Euro von 14 Beklagten gefordert. Bild: dpa

Gut vier Jahre dauerte der Streit zwischen Quelle-Erbin Schickedanz und ihrer Hausbank. Es ging um Milliarden. Jetzt gibt es eine außergerichtliche Einigung. Nur ein Beklagter sträubt sich.

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          Der milliardenschwere Schadenersatz-Streit zwischen Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz und ihrer langjährigen Hausbank Sal. Oppenheim ist weitgehend mit einer außergerichtlichen Einigung beigelegt worden. Das Kölner Landgericht teilte nach mehrfach verschobenen Verkündungsterminen am Donnerstag mit, die Klägerin und 13 der insgesamt 14 Beklagten hätten den Konflikt für erledigt erklärt. Das Gericht werde daher hier keine Entscheidung mehr fällen, der ursprünglich geplante Verkündungstermin am kommenden Dienstag (7. Februar) sei gestrichen.

          Es gibt allerdings eine Ausnahme: Als einziger Beklagter hat sich der ehemalige Sal.-Oppenheim-Gesellschafter Matthias Graf von Krockow der Erledigungserklärung laut Gericht nicht angeschlossen. In diesem Einzelfall müsse daher der Rechtsstreit gerichtlich fortgesetzt werden, erläuterte eine Sprecherin. Nächster Verhandlungstermin sei der 28. März.

          Ursprünglich 1,9 Milliarden Euro gefordert

          Der Zivilprozess hatte vor gut vier Jahren begonnen. Die Deutsche Bank, zu der Sal. Oppenheim mittlerweile gehört, hatte bereits im Dezember erklärt, sie stehe kurz vor einer Einigung mit der Erbin des ehemaligen Versandhandels-Imperiums Quelle. Laut einem Insider muss sie sich dabei mit weniger als 100 Millionen Euro zufriedengeben. Über den Inhalt der Vereinbarung von Donerstag wurden derweil keine Angaben gemacht. Nach dpa-Informationen erhält die 73 Jahre alte Schickedanz einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Das gesamte Verfahren blieb aber weiter bei Gericht anhängig, weil noch einzelne Voraussetzungen für einen endgültigen Abschluss fehlten.

          Die Ex-Milliardärin hatte in dem spektakulären Schadenersatz-Fall ursprünglich 1,9 Milliarden Euro von 14 Beklagten verlangt - vor allem von Sal. Oppenheim und ihrem Ex-Vermögensberater Josef Esch. Diese hätten ihr Vermögen gegen ihren Willen riskant angelegt und verschleudert, so der Vorwurf. Die Beklagten bestritten das stets. Schickedanz hatte durch die Insolvenz des Handelsriesen Arcandor - hervorgegangen aus KarstadtQuelle - 2009 ihr Vermögen verloren. Mit dem erzielten Vergleich nimmt sie nun Abstand von diesen Behauptungen.

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