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Wegen des Klimawandels : Peruanischer Kleinbauer klagt gegen RWE

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Das ist der Mann, der gegen RWE vor Gericht zieht: Saul Luciano Lliuya aus den Anden. Bild: dpa

Es klingt ein wenig wie David gegen Goliath: Saul Luciano Lliuya ist 36 Jahre alt und Kleinbauer in Peru. Er hat sich eine gewaltige Aufgabe vorgenommen. Er klagt gegen den Energiekonzern RWE.

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          Saul Luciano Lliuya ist 36 Jahre alt und Kleinbauer in Peru. Er hat sich eine gewaltige Aufgabe vorgenommen. Wegen der Folgen des Klimawandels klagt er gegen den mächtigen zweitgrößten deutschen Energiekonzern RWE. An diesem Donnerstag beginnt der Zivilprozess am Landgericht Essen; nach Angaben der Kläger handelt es sich um das europaweit erste Gerichtsverfahren dieser Art.

          Der 36 Jahre alte Kläger will erreichen, dass RWE Schutzmaßnahmen gegen den Klimawandel in seiner Heimat bezahlt. Sollte das Gericht dem Mann Recht geben, könnten weitere Verfahren folgen. Ein Urteil wird am ersten Prozesstag aller Voraussicht nach nicht verkündet.

          Kläger fürchtet Überschwemmung seines Hauses

          Das Haus des Klägers steht in der Andenstadt Huarez, die an einem Bergsee liegt. Durch den von RWE mitverursachten Klimawandel und die Gletscherschmelze sei der Pegel des Sees so stark angestiegen, dass das Haus des Klägers überschwemmt zu werden drohe, hieß es. Der Energiekonzern soll deswegen mehr als 23.000 Euro für Sicherungsmaßnahmen zahlen. Der peruanische Kleinbauer und Bergführer will selbst zum Verfahren in Essen erscheinen.

          RWE bestreitet die Vorwürfe und erklärte, für die Klage gebe es keine Rechtsgrundlage. So habe der Bauer die mutmaßliche Überschwemmungsgefahr nicht ausreichend dargelegt. Überdies bestehe „keine lineare Ursachenkette“ zwischen dem Kohlendioxidausstoß aus den RWE-Kohlekraftwerken und der vor Ort drohenden Flutgefahr.

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