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Kleiderordnung : Arbeitgeber darf über Unterwäsche entscheiden

Rot, schwarz, weiß: Nur eine Unterhosen-Farbe unter der Arbeitskleidung zu erlauben ist durchaus rechtens, entschied nun ein Gericht Bild: REUTERS

Bunte Unterhosen verboten: Das und mehr legt ein Köln-Bonner Unternehmen in einem Kleiderordnungs-Katalog für Mitarbeiter fest. Zurecht, urteilte nun ein Gericht. Über die Farbe des Nagellacks hingegen darf der Arbeitgeber nicht entscheiden.

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          Arbeitgeber dürfen ihren Mitarbeitern vorschreiben, zur Arbeit nur in weißer oder fleischfarbener Unterwäsche zu erscheinen. Dies gilt zumindest dann, wenn dies dem „Schutz der vom Arbeitgeber gestellten Dienstkleidung und einem ordentlichen Erscheinungsbild“ diene, wie das Landesarbeitsgericht (LAG) Köln in einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss klarstellte (Az.: 3 TaBV 15/10).

          Corinna Budras

          Redakteurin in der Wirtschaft und für Frankfurter Allgemeine Einspruch.

          Die Richter hatten dabei über einen ganzen Katalog von Regelungen zum Erscheinungsbild von Arbeitnehmern eines Unternehmens zu entscheiden, das am Flughafen Köln/Bonn im Auftrag der Bundespolizei Fluggastkontrollen vornimmt. Der Arbeitgeber schreibt seinen Arbeitnehmerinnen mit dem Segen des LAG Köln vor, BHs zu tragen, während die männlichen Kollegen Unterhemden anziehen müssen. Die Unterwäsche darf keinerlei Muster, Beschriftungen oder Embleme haben, Gleiches gilt für Feinstrumpfhosen und Socken.

          Männliche Mitarbeiter hält das Unternehmen an, „die Haare grundsätzlich sauber, niemals ungewaschen oder fettig wirkend zu tragen“. Zudem sei eine „gründliche Komplettgesichtsrasur“ bei Dienstantritt Voraussetzung, alternativ sei ein gepflegter Bart gestattet. Die Anweisung, Fingernägel „in maximaler Länge von 0,5 cm über der Fingerkuppe zu tragen“, hielten die Richter schon allein wegen der Verletzungsgefahr für die Passagiere für geboten.

          Farbiger Nagellack bleibt erlaubt

          Dagegen erklärten sie andere Vorschriften für unwirksam, die das Persönlichkeitsrecht der Arbeitnehmer zu stark einschränkten. So dürfen Mitarbeiterinnen nicht davon abgehalten werden, ihre Fingernägel in unterschiedlichen Farben zu lackieren, entschied das Landesarbeitsgericht. Männer dürfen ihre Haare weiterhin auch mit unnatürlich wirkenden Farben behandeln.

          Die Regelungen des deutschen Arbeitgebers stellen damit die Bekleidungsrichtlinien in den Schatten, mit denen die Schweizer Bank UBS vor Weihnachten für Aufregung sorgte: Dort sind Piercing, enge Röcke und Krawatten in knalligen Farben künftig tabu. Für die Bediensteten am Schalter in fünf Pilotfilialen hatte die Bank Anweisungen für eine „gepflegte Erscheinungsweise“ gegeben.

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