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IWF-Chefin : Lagarde fordert die Besteuerung von Klimagasen

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IWF-Chefin Christine Lagarde Bild: AP

Finanzminister sind immer auf der Suche nach Einnahmequellen. Eine Emissionssteuer könnte eine solche sein, sagt Christine Lagarde.

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          Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat die Einführung einer CO2-Emissionssteuer gefordert. Es sei „der richtige Moment“ für die Besteuerung der Klimagase, sagte Lagarde am Mittwoch bei der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Lima. Neben dem Umweltaspekt habe eine solche Steuer den positiven Effekt, dass sie insbesondere den Staaten, deren Haushaltslage durch die Finanzkrise angespannt sei, frisches Geld in die Kassen spülen könne.

          „Finanzminister suchen nach Einnahmen. Das ist das Los von Finanzministern“, sagte Lagarde. „Vor allen Dingen im Moment ist dies der Fall, weil viele bereits viel von ihren finanziellen Rücklagen aufgebraucht haben.“ Sie benötigten aber immer einen gewissen Puffer, um auch die nächste Finanzkrise zu bewältigen. In einer solchen Lage könne eine CO2-Steuer neue Einnahmequellen schaffen.

          Eine CO2-Steuer sei der Vorzug vor dem Emissionszertifikate-Handel zu geben, wie er in Europa bereits etabliert sei, sagte Lagarde weiter. Der Handel mit diesen Zertifikaten erlaubt es Unternehmen mit geringem Ausstoß von Klimagasen, ihr Verschmutzungsrechte zu verkaufen. „Ich glaube, dass eine Kohlesteuer um einiges besser wäre“, sagte Lagarde. Die möglichen Einnahmen aus einer solchen Steuer würden es den Industrieländer zudem erleichtern, ihre Finanzzusagen für ärmere Staaten einzuhalten, sagte die IWF-Chefin.

          Die Industriestaaten haben grundsätzlich zugesagt, einen Klimafonds mit einem jährlichen Volumen von 100 Milliarden Dollar (88,8 Milliarden Euro) ab dem Jahr 2020 einzurichten. Das Geld soll Entwicklungsländern für die Bewältigung der Lasten für Klimaschutz und Klimaanpassung zur Verfügung stehen. Am 30. November beginnt der UN-Klimagipfel in Paris, er dauert bis zum 11. Dezember.

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