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Früherer Arcandor-Chef : Gericht setzt Haftbefehl gegen Middelhoff aus

  • Aktualisiert am

Thomas Middelhoff, hier bei der Urteilsverkündung vor dem Landgericht Essen Bild: dpa

Der ehemalige Spitzenmanager Thomas Middelhoff kann auf eine Entlassung aus der Untersuchungshaft hoffen. Der Haftbefehl gegen Middelhoff ist außer Vollzug gesetzt worden. Aber Middelhoff hat noch Bedingungen zu erfüllen.

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          Der ehemalige Spitzenmanager Thomas Middelhoff kann auf eine Entlassung aus der Untersuchungshaft hoffen. Der Haftbefehl gegen Middelhoff sei außer Vollzug gesetzt worden, teilte das Landgericht Essen am Montag mit.

          Das Gericht habe aber zugleich Auflagen erlassen, die Middelhoff noch vor einer Haftentlassung erfüllen muss. Einzelheiten dazu wollte ein Gerichtssprecher nicht nennen. Da der Beschluss der Strafkammer zunächst Middelhoff bekannt gemacht werden müsse, könnten zunächst keine weiteren Einzelheiten mitgeteilt werden, hieß es weiter. Dies werde frühestens am Dienstag geschehen.

          Der frühere Vorstandschef von Bertelsmann und Arcandor sitzt seit fast vier Monaten in Untersuchungshaft. Das Landgericht Essen hatte ihn wegen wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt und noch im Gerichtssaal verhaften lassen.

          Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof dürfte in einigen Monaten über seine Revision dagegen entscheiden. Mehrere Beschwerden gegen die Haft waren wegen Fluchtgefahr zunächst erfolglos geblieben.

          Behandlung in Essener Klinik

          Middelhoff leidet an einer Autoimmunerkrankung, die nach Darstellung seiner Anwälte in der Haft aufgetreten ist und zunächst nur unzulänglich behandelt worden sei. Middelhoff sei in der Untersuchungshaft über Wochen einem Schlafentzug ausgesetzt gewesen, der sein Immunsystem geschwächt habe, so die Verteidigung. Er ist derzeit zur Behandlung in einer Essener Klinik.

          Dem Manager werden hervorragende Auslandskontakte unter anderem nach Frankreich und die Vereinigten Staaten nachgesagt. Selbst als enge Freunde und Familienmitglieder Middelhoffs eine Kaution von fast 900.000 Euro anboten, blieben die Richter bisher hart.

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