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Gehälter : Wie Fiskus und Sozialversicherungen mitverdienen

Bild: Bengt Fosshag

Steueränderungen und höhere Beitragssätze zur Sozialversicherung machen sich im neuen Jahr auf dem Gehaltszettel bemerkbar. Wie viel Netto bleibt künftig noch vom Brutto?

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          Der erste Gehaltszettel im Jahr ist besonders spannend. Jede Steueränderung, jedes Drehen an den Sozialversicherungsbeiträgen zeigen dort ihre konkrete Auswirkung. Wie es jeden Einzelnen trifft, hängt von vielen Faktoren ab: der Höhe des Gehalts, dem Familienstand, der Zahl der Kinder und der Kirchenzugehörigkeit.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Jede Übersicht kann daher nur eine Annäherung an den Einzelfall sein. Für alle, die die erste Lohnabrechnung nicht abwarten können, hat das auf die Arbeit von Steuerberatern spezialisierte Software-Unternehmen Datev gerechnet (siehe Tabelle): für verschiedene Gehaltsstufen in den Konstellationen Single (Steuerklasse I), verheiratet (Steuerklasse III), verheiratet mit zwei Kindern (Steuerklasse III) und alleinerziehend mit einem Kind (Steuerklasse II).

          Zwei gegenläufige Effekte

          Dieses Jahr machen sich zwei gegenläufige Effekte bemerkbar. Einerseits wird ein größerer Teil der Aufwendungen für die Altersvorsorge in der Einkommensteuer entlastend berücksichtigt, andererseits sind die Beitragssätze in der Krankenversicherung auf 15,5 Prozent und in der Arbeitslosenversicherung auf 3 Prozent gestiegen.

          Weil die Sozialabgaben gedeckelt sind, wirkt sich dieser Effekt bei Geringverdienern stärker aus. Die bessere Abzugsfähigkeit der Altersvorsorge beruht auf der langfristigen schrittweisen Umstellung auf die nachgelagerte Besteuerung. So greift der Fiskus im Gegenzug stärker auf Renten und Pensionen zu.

          Wie die Berechnungen von Datev zeigen, ergeben sind je nach Einkommensklasse maximal 94 Euro an zusätzlichen Abzügen – im Jahr wohlgemerkt. Am stärksten betroffen sind Verheiratete mit der Steuerklasse III und einem Jahresgehalt von 30.000 Euro. Dabei ist es unerheblich, ob sie Nachwuchs haben oder nicht.

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