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Diskriminierungs-Prozess : Gefeuert, weil er ein Mann ist

  • Aktualisiert am

Auf dem Weg zur Arbeit im Londoner Bankenviertel Canary Wharf Bild: Reuters

Ein ehemaliger Manager der Deutschen Bank hat in London eine Diskriminierungsklage gewonnen. Sein Arbeitgeber hatte ihm sexuelle Belästigung vorgeworfen – und kam damit nicht durch.

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          Sexuelle Belästigung hatten sie ihm vorgeworfen, einem Londoner Risikomanager der Deutschen Bank. Er bekam ein Disziplinarverfahren an den Hals und wurde schließlich entlassen. Doch der 44-Jährige klagte gegen seinen Rauswurf – und hat vor einem Londoner Arbeitsgericht Recht bekommen, so berichtet es der Finanzdienst Bloomberg: Die Untersuchung war laut Gerichtsurteil davon beeinflusst, dass er ein Mann war.

          Gleich elf Frauen hatten sich über ihn beschwert. Sie standen in der Hierarchie tiefer als er, einige waren persönliche Assistentinnen unter 30. Er habe die Brüste von Kolleginen kommentiert, im Büro offen über Pornos gesprochen und zwei Frauen zu einem flotten Dreier eingeladen.

          Doch der Risikomanager, Jahresgehalt über eine Million Pfund, wehrte sich: Die Frauen seien nicht besser gewesen, sie hätten selbst einen deftigen Umgangston. „Wenn meine Kommentare aus dem Zusammenhang gerissen werden, kann die Wortwahl extrem scheinen, aber sie war es nicht“, sagte er während des Prozesses. So ähnlich hatte er schon vorher argumentiert, aber die Disziplinarkommission der Bank hatte ihm nicht geglaubt. Ein Mitglied sagte, er könne sich kaum vorstellen, dass Frauen so anstößig sprächen.

          Stereotype Annahmen zu Männerverhalten

          Das aber machte ein Londoner Arbeitsrichter nicht mit. „Diese Annahme basierte ganz eindeutig auf dem Geschlecht“, zitiert ihn Bloomberg aus den Gerichtsunterlagen. Die Entlassung selbst sei diskriminierend. Viele Anschuldigungen seien nicht weiter untersucht, sondern einfach akzeptiert worden. „Die Schlüsse über sein Verhalten beruhte auf stereotypen Annahmen darüber, wie sich ein Mann benimmt.“ Eine der Frauen habe den deftigen Umgangston sogar vor Gericht nicht abgelegt. Manche der Vorwürfe hätten sich als falsch herausgestellt.

          Die Entscheidung ist schon im Dezember 2014 gefallen, aber erst jetzt veröffentlicht worden. Ursprünglich wollte die Bank in die nächste Instanz gehen, doch dann einigte sie sich mit dem Manager außergerichtlich. Der hatte ursprünglich 20 Millionen Pfund Abfindung verlangt – wie viel es tatsächlich wurden, ist nicht bekannt.

          Der betroffene Manager kommentierte den Prozess gegenüber Bloomberg nicht. Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte nur: „Die Sache ist entschieden.“

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