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„Recht auf Vergessenwerden“ : Google hat mehr als 90.000 Löschanträge erhalten

Startseite der Suchmaschine in Deutschland Bild: dpa

Nach dem spektakulären Urteil des Europäischen Gerichtshofs gegen Google steigt die Zahl der Löschanträge. Nicht allen gibt das Unternehmen nach.

          1 Min.

          Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshof zum „Recht auf Vergessenwerden“ hat der Suchmaschinenkonzern Google bis zum vergangenen Freitag insgesamt 91.000 Anträge auf Löschung erhalten. Die Anträge bezogen sich auf 328.000 einzelne Internetadressen (URL), bestätigte ein Google-Sprecher am Donnerstagabend gegenüber FAZ.NET.

          Martin Gropp
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Rund ein Drittel aller Löschanträge, also  rund 30.000, hat Google nach Angaben des Sprechers zurückgewiesen, weil sie nicht im Sinne des Urteils gestanden hätten. In 15 Prozent der Fälle habe Google die Antragssteller um weitere Informationen gebeten, um prüfen zu können, ob eine Löschung in Frage kommt oder nicht. Gut 50 Prozent der Anträge seien hingegen als dem Urteil gemäß anerkannt worden.

          Im Mai hatte der Europäische Gerichtshof entschieden, dass Europäer unter bestimmten Bedingungen von Suchmaschinen verlangen können, Verweise aus deren Ergebnislisten löschen zu lassen. Grundvoraussetzung ist, dass die Datenschutzrechte der Antragsteller schwerer wiegen als das Interesse der Öffentlichkeit an der Verfügbarkeit der betreffenden Suchergebnisse.

          Im vor dem Gerichtshof verhandelten Fall hatte ein Spanier verlangt, einen Suchmaschinenverweis auf ein digitales Zeitungsarchiv zu löschen, weil ein Artikel seinen Namen im Zusammenhang mit einer Immobilienpfändung genannt hatte. In der Folge hatte Google ein Formular ins Internet gestellt, über das Antragssteller Lösch-Ersuchen an das Unternehmen schicken können.

          Heruntergebrochen auf einzelne europäische Länder stammen von den bisher aufgelaufenen Anträge die meisten aus Frankreich. Von dort erreichten Google bisher 17.500 Anträge, mit denen die Löschung von insgesamt 58.000 unterschiedlichen Internetadressen aus dem Suchmaschinenindex gefordert wurde. Dahinter folgt Deutschland mit 16.500 Anträgen, die sich auf 57.000 Internetadressen bezogen. 12.000 Ersuche kommen aus Großbritannien und 8000 aus Spanien. In Italien wurden 7500 Anträge gestellt, in den Niederlanden 5500.

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