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Reaktionen zum Kohle-Ausstieg : „Der Hambacher Forst ist gerettet“

  • Aktualisiert am

Aktivisten auf ihren Baumhäusern im Hambacher Forst. Bild: dpa

Der Kompromiss für den Kohleausstieg ist vereinbart. Umweltverbände reagieren erleichtert. FAZ.NET hat einige Reaktionen zusammengetragen.

          Mit dem Kompromiss der Kohlekommission ist aus Sicht der Umweltverbände der Erhalt des umkämpften Hambacher Forsts in Nordrhein-Westfalen gesichert. „Was klar ist: Der Hambacher Wald ist gerettet“, sagte Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser der Deutschen Presse-Agentur am Samstagmorgen, nachdem die Kommission fast 21 Stunden verhandelt hatte. „Im Westen werden Braunkohlekraftwerke und Steinkohle abgeschaltet bis 2022. Das war uns am wichtigsten, dass ein schneller Einstieg erfolgt.“ Auch BUND-Chef Hubert Weiger sprach von einem „starken Signal“.

          Der Wald am Rand des Hambacher Braunkohle-Tagebaus sollte nach dem Willen des Energiekonzerns RWE gerodet werden, um die darunterliegende Braunkohle zu fördern. Dagegen gab es vor Ort heftigen Widerstand und bundesweit Proteste. Ein Gericht hatte die Rodung, die von den Behörden genehmigt war, vorerst gestoppt.

          Wesentlicher Beitrag für den Klimaschutz

          Im Abschlussbericht der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ heißt es: „Die Kommission hält es für wünschenswert, dass der Hambacher Forst erhalten bleibt. Darüber hinaus bittet die Kommission die Landesregierungen, mit den Betroffenen vor Ort in einen Dialog um die Umsiedlungen zu treten, um soziale und wirtschaftliche Härten zu vermeiden.“ In der Lausitz und im Rheinischen Revier sind mehrere Orte davon bedroht, dem Tagebau weichen zu müssen.

          Der Energieverband BDEW sieht in dem Konzept der Kohlekommission derweil einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Der Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Stefan Kapferer, sagte am frühen Samstagmorgen, die Kommission habe ihren Auftrag zum Klimaschutz erfüllt. Nach dem Konzept soll in den nächsten 20 Jahren rund 45 Gigawatt an derzeit installierter Leistung aus klimaschädlichen Kohlekraftwerken ersetzt werden. Dies sei eine „wahnsinnige Herausforderung“, sagte Kapferer, der Mitglied der Kommission ist.

          Die Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), Katherina Reiche, erklärte, der Bericht sei eine gute Grundlage, die Beendigung der Kohleverstromung unter den Prämissen der Versorgungssicherheit, Erhalt von Wertschöpfungsketten, des Klimaschutzes sowie der Innovationsfähigkeit der Regionen zu gestalten. Auch Reiche ist Mitglied der Kommission. „Wir richten die Erwartung an die Bundesregierung, die Empfehlungen der Kommission umzusetzen.“

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