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Reaktionen auf VW-Pläne : „Schmerzlich, aber notwendig“

  • Aktualisiert am

„Wer den Mut zu notwendigen Restrukturierungen nicht hat, vergibt Chancen“, sagt der Branchenverband VDA. Niedersachsens Ministerpräsident Wulff fordert VW zu Standort- und Beschäftigungssicherung auf.

          Das tief greifende Restrukturierungsprogramm bei Volkswagen ist aus Sicht des Branchenverbandes VDA „schmerzlich“, aber notwendig. Volkswagen muß aus Sicht von Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Christian Wulff (CDU) in fünf Jahren „neu aufgestellt sein“.

          Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk, sprach am Freitag in Frankfurt von einem Schritt „im Interesse der langfristigen Sicherung traditioneller Standorte und Werke in Deutschland“.

          Gottschalk sagte: „Die Position unserer Branche auf den globalen Märkten ist beileibe nicht in Stein gemeißelt. Die Angriffe der Wettbewerber aus Niedriglohnländern werden schärfer.“ Wer da nicht Schritt halte, gerate ins Abseits. Die deutsche Automobilindustrie habe durchaus „einiges in die Waagschale“ zu werfen: „Bei Produkten und Technologien, beim Know-how unserer Mitarbeiter und Ingenieure macht uns so leicht keiner etwas vor. Bei den Kosten, der Arbeitszeit und der Flexibilität ist das aber schon etwas anderes.“

          „Vorwärtsstrategie für den Standort Deutschland“

          Gottschalk plädierte dafür, die Pläne von VW wie auch früher bei Opel und anderen „nicht als pauschale Infragestellung, sondern als Vorwärtsstrategie für den Standort Deutschland“ zu werten. „Wer den Mut zu notwendigen Restrukturierungen nicht hat, vergibt Chancen und läßt das Potential, das unser Standort zweifellos hat, ungenutzt.“

          Nur „fitte Unternehmen“ könnten dauerhaft Arbeitsplätze sichern und neue schaffen, teilte Wulff am Freitag in Hannover mit. Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit von Volkswagen seien für die Landesregierung von „überragender Bedeutung“. Das Land Niedersachsen ist nach Porsche zweitgrößter VW-Aktionär.

          VW-Vorstand und Betriebsrat seien aufgefordert, Wege zur Standort- und Beschäftigungssicherung und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen, sagte Wulff. Das Restrukturierungsprogramm des Vorstandes sei Gegenstand der Verhandlungen. Betriebsbedingte Kündigungen seien ausgeschlossen. Wulff gehört dem Präsidium des VW-Aufsichtsrats an, das am Freitag in Wolfsburg tagte. Diesem Gremium stellte VW- Vorstandschef Bernd Pischetsrieder das Restrukturierungsprogramm vor.

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