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Grüne zum F.A.S.-Bericht : „Bundesregierung muss ihre Bahnblockade-Politik endlich aufgeben“

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Die Ticketpreise sollen teurer werden, fordert der Bahnbeauftragte. Der Grüne Anton Hofreiter widerspricht. Bild: dpa

Teurere Tickets, um nötige Investitionen zu finanzieren, forderte der Bahn-Beauftragte der Regierung in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Die Grünen halten davon nichts – stattdessen solle die Regierung investieren.

          Die Grünen haben sich gegen höhere Preise zur Finanzierung wichtiger Investitionen bei der Deutschen Bahn ausgesprochen. „Höhere Bahnpreise und schlechtere Angebote werden dazu führen, dass Reisende auf andere Verkehrsmittel umsteigen“, sagte Grünen-Fraktionsvorsitzender Anton Hofreiter am Sonntag. „Die Bundesregierung muss ihre Bahnblockade-Politik endlich aufgeben. Sie muss deutlich mehr Geld in die Bahn investieren und gleichzeitig einen radikalen Neustart bei der Bahn voranbringen, damit das Geld sinnvoll genutzt wird und nicht versickert.“

          Hofreiter reagierte damit auf einen Vorschlag des Bahnbeauftragten der Bundesregierung Enak Ferlemann in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Dieser sprach sich für höhere Fahrpreise aus, um so die nötigen Investitionen für die Schiene stemmen zu können. „Die Bahn könnte ihre Preise anheben oder die Sondertarife reduzieren“, sagte Ferlemann gegenüber der F.A.S. Auch die Fernbusse würden teurer. „Die Zeiten des ruinösen Wettbewerbs sind vorbei. Für 19 Euro quer durch Deutschland, das kann nicht der Normalfall sein.“

          Keine Schlachtung der Milchkuh

          Ferlemann forderte die komplette Digitalisierung des Schienennetzes. Seiner Schätzung nach kostet das bis 2040 jedes Jahr rund 1,5 Milliarden Euro. „Aber damit können wir auch viel Geld sparen, weil auf demselben Netz mehr Züge fahren“, sagte der parlamentarische Staatssekretär. Einen möglichen Verkauf der Bahn-Auslandstochter Arriva sieht Ferlemann kritisch. „Wenn ich die Milchkuh einmal schlachte, dann gibt sie keine Milch mehr“, sagte er. „Da müsste die Bahn erst einmal zeigen, wie sie die Erträge auf andere Weise erwirtschaften kann.“

          Der Staatskonzern hat erhebliche Probleme mit Pünktlichkeit, Service und zugleich wegbrechenden Gewinnen. Der Bahn fehlen bis 2023 für Schienennetz und Betrieb gut elf Milliarden Euro. Ein Verkauf von Arriva ist in Regierung und Bahn-Aufsichtsrat jedoch umstritten. Angesichts des Brexits ist zudem der Wert von Arriva offen, das seinen Sitz in Großbritannien hat und einen großen Teil des Geschäfts dort betreibt.

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