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Razzia bei Brauereien : Jagd auf Kölsch-Kartell

In Köln gibt es rund zwei Dutzend verschiedene Kölsch-Marken Bild: dpa

Das Bundeskartellamt hat mehrere Kölsch-Brauereien wegen möglicher illegaler Preisabsprachen ins Visier genommen. Mitarbeiter der Behörde haben zeitgleich fünf Unternehmen und eine Privatwohnung im Raum Köln durchsucht.

          Das Bundeskartellamt macht Jagd auf ein Kölsch-Kartell. Mit einem Großaufgebot von eigenen Ermittlern, Polizeibeamten und Steuerfahndern hat die Wettbewerbsbehörde die Büros von fünf Kölner Brauereien durchsucht, die das lokaltypische obergärige Bier anbieten. Insgesamt waren etwa vierzig Beamte unterwegs. Es bestehe der „Anfangsverdacht“, dass die Brauhäuser Preise abgesprochen und vertrauliche Informationen ausgetauscht hätten, sagte ein Sprecher des Kartellamts. Akten und elektronische Dateien seien beschlagnahmt worden und würden nun ausgewertet. Wie in solchen Fällen üblich, nannte das Amt keine Namen. Die Brauereien Gaffel und Früh bestätigten aber der „Kölnischen Rundschau“, zu den durchsuchten Unternehmen zu gehören. Vertreter beider Unternehmen wiesen die Vorwürfe jedoch zurück.

          Helmut  Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          In Köln gibt es rund zwei Dutzend verschiedene Kölsch-Marken, dominiert wird der Markt von vier großen Anbietern. Reisdorff führt das Quartett an, dahinter folgen Gaffel, das Haus kölscher Brauereitradition mit Marken wie Sion und Küppers sowie die Früh-Brauerei.

          Strafe gegen Hydrantenhersteller

          Unterdessen hat das Kartellamt Bußgelder von rund 15,5 Millionen Euro gegen sechs Hersteller und Händler von Hydranten und anderen Wasserarmaturen wie Absperrschiebern und Absperrklappen verhängt. Die Unternehmen, die zusammen auf einen Marktanteil von etwa 70 Prozent kommen, sollen Preiserhöhungen und Rabatte abgesprochen haben. In regelmäßigen Treffen hätten sich Geschäftsführer und Vertriebsleiter ausgetauscht, zum Teil seit 1995. „Die Absprachen haben den Wettbewerb über einen langen Zeitraum erheblich beeinträchtigt“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Zu dem Kartell gehörten die Erhard GmbH & Co. KG, Schmieding Armaturen GmbH, Frischhut Armaturen und Formteile GmbH, AVK Mittelmann Armaturen GmbH, VAG-Armaturen GmbH und von Roll hydrotec GmbH. Sie beliefern vor allem Wasserwerke, Versorgungsunternehmen und Anlagenbauer.

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