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Raúl Castro tritt in Kuba ab : Brüder, zur Sonne, zur Impfung

Ein Kubaner wird in einem Test mit dem Corona-Impfstoff-Kandidaten Soberana 2 geimpft. Bild: Reuters

Weil sie sonst wenig vorzuweisen hat, setzt Kubas Regierung die Hoffnung auf seine Impf-Forscher und ein paar Reformen: Raúl Castro gibt die Parteiführung ab – an einen Hardliner. Doch der eigentliche starke Mann ist ein anderer.

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          Kurz vor dem Beginn des großen Parteikongresses konzentrieren sich die Propagandabemühungen von Kubas allmächtiger Kommunistischen Partei auf den Gesundheitssektor. Kubas Präsident Miguel Diaz-Canel lobt auf Twitter eine Einsatztruppe, die sechs Ländern in der Pandemiebekämpfung hilft, als Ausdruck größter Humanität des Inselstaates. Das Parteiorgan Granma preist unterdessen unermüdlich die Fortschritte des Landes in der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus.

          Winand von Petersdorff-Campen
          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Kubas kommunistische Regierung hat sonst wenig vorzuweisen. Die Wirtschaft schrumpfte 2020 nach offiziellen Angaben um 11 Prozent, nachdem Pandemie und amerikanische Sanktionen die Touristen fernhielten und damit eine wichtige Einnahmequelle vertrocknete. Statt vier Millionen beherbergte das Land 80.000 Gäste im vorigen Jahr. Damit schrumpften auch informelle Einnahmen für viele Familien, die gleichzeitig unter Sanktionslimits litten, weil die Trump-Regierung Überweisungen von Exilkubanern beschränkte. Schnelle Hilfe von außen ist nicht in Sicht: Die alten Sponsoren des Regimes kämpfen mit eigenen Problemen. Das gilt vor allem für Venezuela, dessen Volkswirtschaft vor den Augen der Weltöffentlichkeit kollabiert.

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