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Rassismus-Vorwürfe : Bank of America muss 335 Millionen Dollar zahlen

  • Aktualisiert am

Filiale der „Bank of America“ in New York Bild: REUTERS

Einer Tochterfirma der „Bank of America“, der „Countrywide“, wird vorgeworfen, von Schwarzen höhere Zinsen verlangt zu haben als von Bürgern weißer Hautfarbe. Jetzt hat die Bank mit dem Ministerium einen Vergleich geschlossen, den der amerikanische Justizminister Eric Holder „historisch“ nennt.

          Die „Bank of America“ muss wegen Rassismus-Vorwürfen 335 Millionen Dollar (257 Millionen Euro) zahlen. Der Tochterfirma „Countrywide“ wird vorgeworfen, schwarze und lateinamerikanische Kunden benachteiligt zu haben. Sie soll mehr als 200.000 Kreditnehmern über Jahre überhöhte Zinsen abverlangt haben - nur wegen ihrer Herkunft und Hautfarbe. Davon ist das amerikanische Justizministerium nach jahrelangen Ermittlungen überzeugt.

          Die Millionenzahlung ist Teil eines Vergleichs, den die Bank mit dem Ministerium geschlossen hat, und den Justizminister Eric Holder am späten Mittwoch (Ortszeit) in Washington verkündete. „Finanzfirmen sollten ihre Entscheidungen aufgrund der Kreditwürdigkeit ihrer Kunden treffen, nicht aufgrund von deren Hautfarbe“, sagte Holder. Nach seinen Angaben ist es die höchste Summe, die eine Bank jemals wegen Rassismus-Vorwürfen bei Kreditgeschäften abdrücken musste.

          Countrywide-Filiale in Sun City, Arizona

          Die Kreditberater von „Countrywide“ sollen von 2004 bis 2008 bewusst die Konditionen für schwarze und lateinamerikanische Kreditnehmer verschlechtert haben - obwohl die Kunden nachweislich über eine gute Kreditwürdigkeit verfügten. So sollen einige Kunden statt der günstigen „prime loans“ nur die teureren „subprime loans“ bekommen haben. Sie mussten deshalb höhere Zinsen berappen für ihren Immobilienkredit.

          Ein Sprecher der Bank erklärte, das Geldhaus habe mittlerweile alle Praktiken bei der Tochter beendet, die nicht im Einklang mit den eigenen Verpflichtungen standen.

          Die betroffenen Kunden werden nun mit den Millionen entschädigt. Die „Bank of America“ hatte den einst größten amerikanischen Immobilienfinanzierer „Countrywide“ mitten in der Finanzkrise des Jahres 2008 übernommen. Das stellte sich als großer Fehler heraus: Die Bank handelte sich massenhaft faule Kredite von „Countrywide“ ein und sie musste gegenüber Investoren für fragwürdige Geschäfte ihrer Tochter geradestehen. Das führte zu Milliardenverlusten. Die „Bank of America“ ist heute der Sorgenfall unter den amerikanischen Banken.

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