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Biermarkt in Köln : Radeberger gibt Kölsch-Brauerei auf

Früh-Kölsch hat laut Unternehmensangaben einen Marktanteil von rund 20 Prozent. Bild: dpa

Der Biermarkt in Köln wird neu sortiert. Künftig sollen die Kölsch-Marken der Radeberger Gruppe von der Privatbrauerei Früh gebraut werden.

          Der größte deutsche Bierkonzern Radeberger will seine Brauerei in Köln-Mülheim in den nächsten Jahren schrittweise aufgeben. Bislang produziert das „Haus Kölscher Brautradition“ – eine Radeberger-Tochtergesellschaft – dort seine Kölsch-Marken Sion, Gilden, Peters, Dom, Küppers und Sester. Künftig werden diese Marken von der Früh-Brauerei gebraut, einem Kölner Familienunternehmen mit bislang 420 Mitarbeitern. Bis 2020 wird in einem ersten Schritt die Flaschenabfüllung verlagert, bis Herbst 2021 soll auch die Fassbierabfüllung folgen, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Radeberger-Gruppe wird ihre Marken aber weiter selbst vermarkten, der Brauereistandort wird aufgegeben, aber der Unternehmenssitz bleibt. „Wir werden zwar gemeinsam produzieren, aber getrennt marschieren“, sagt Georg Schäfer, Geschäftsführer der Radeberger-Tochtergesellschaft. Die Zusammenarbeit von Früh und Radeberger soll letztlich Kosten sparen. „Wenn in ein und derselben Stadt gleich mehrere Brauereien Produktionsstandorte ähnlicher Größenordnung unterhalten“, dann müsse man zwangsläufig über eine „ gemeinsame Nutzung dieser Anlagen nachdenken“, sagt Niels Lorenz, Sprecher der Radeberger-Geschäftsführung.

          Die Kooperation wurde von Radeberger vorgeschlagen: „Im ersten Moment fanden wir die Idee ungewöhnlich“, sagt Alexander Rolff, persönlich haftender Gesellschafter der Privatbrauerei mit dem offiziellen Namen Cölner Hofbräu Früh. Doch die Vorteile lägen auf der Hand. In der Früh-Brauerei wird damit künftig etwa jedes dritte Kölsch gebraut. Die Marke Früh selbst kommt nach Unternehmensangaben bislang auf einen Marktanteil von rund 20 Prozent, die Radeberger-Marken liegen darunter. Marktführer bleibt mit rund 30 Prozent Reissdorf, ebenfalls ein Familienunternehmen. Kölsch muss in Köln gebraut werden.

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