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Britisches Königshaus : Queen verbietet Harry royales Marketing

Ein Paar, das Millionen Pfund wert sein könnte Bild: AFP

Mit ihrer Entscheidung, aus der Königsfamilie zurückzutreten, haben sich Harry und seine Frau Meghan um wirtschaftliche Chancen gebracht. Die Krone will aber nicht zum Socken- und Pyjama-Verhökern missbraucht werden.

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          Ihre Pläne, mit der Marke „Sussex Royal“ Geld zu verdienen, müssen Harry und Meghan wohl begraben. Nach britischen Medienberichten hat Königin Elizabeth II. ihrem Enkel und seiner Ehefrau die Nutzung untersagt, nachdem die beiden nicht mehr ihre Pflichten in der königlichen Familie erfüllen und stattdessen ein eigenes Leben führen wollen.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Das Ehepaar, offiziell Duke und Duchess of Sussex genannt, hatte im vergangenen Jahr die Handelsmarke registrieren lassen und eine aufwändige Internetseite eingerichtet. Dies geschah gut sechs Monate vor ihrer spektakulären Ankündigung zum Rücktritt aus der Königsfamilie im Januar. Auf der Seite geht es um Wohltätigkeitsorganisationen, die Monarchie und das Commonwealth.

          Die Handelsmarke „Sussex Royal“ sollte mehr als hundert Produkte und Dienstleistungen vermarkten, wie aus der Liste des Intellectual Property Office hervorgeht. Darunter sind allerlei Papierwaren, Kalender und Postkarten, verschiedenste Bekleidungsprodukte von T-Shirts und Jacken über Pyjamas bis Socken, Sportartikel und Hüte, aber auch „Kampagnen“ und „Events“ sowie Fundraising für Wohltätigkeitsorganisationen.

          In Verbindung mit ihrem Instagram-Account, dem mehr als 11 Millionen Menschen folgen, wäre es wohl möglich gewesen, mit dem Label erhebliche Umsätze und Gewinne zu erzielen. Nach Einschätzung von Markenexperten wäre der „Royal Brand“ viele Millionen Pfund wert gewesen.

          Titel bleiben, Kasse darf das Paar nicht machen

          Daraus wird nun nichts. Die Krone will nicht, dass sie zum Socken- und Pyjama-Verhökern missbraucht wird. Die Queen belässt Harry und Meghan zwar ihre Titel als „Royals“, aber sie sind nicht mehr öffentlich als „königliche Hoheit“ anzureden. Zudem verbietet sie, dass die beiden mit dem Wort „königlich“ Kasse machen.

          Ende März werden Harry und Meghan ihre Pflichten für die Königsfamilie endgültig beenden. Gleich darauf wird ihr Büro im Buckingham Palast am 1. April geschlossen. Der 35-jährige Harry und die 38-jährige Amerikanerin Meghan müssen 2,4 Millionen Pfund zurückerstatten, die der Steuerzahler für die Renovierung ihres Hauses Frogmore Cottage im Park von Schloss Windsor gezahlt hat. Nach Medienberichten werden der Herzog und die Herzogin von Sussex für das Wohnrecht künftig etwa 30000 Pfund monatlich zahlen.

          Harry und Meghan bereiten offenbar schon intensiv vor, wie er sein neues Leben finanzieren wird. Beide besitzen ein Millionenvermögen. Bislang hatte Harrys Vater, Prince Charles, dem Paar dem Vernehmen nach jedes Jahr etwa 2 Millionen Pfund jährlichen Zuschuss gewährt; er bezieht sein persönliches Einkommen aus dem Herzogtum Cornwall. Vor kurzem wurde bekannt, dass die Investmentbank Goldman Sachs Harry angefragt hat, bei einer Gesprächsreihe vor Managern der Bank aufzutreten.

          In der Veranstaltungsreihe sind schon zahlreiche Prominente interviewt worden. Diese Auftritte werden dem Vernehmen nach vergütet. Gleichwohl könnten bezahlte Redner- oder Veranstaltungsauftritte künftig eine Einkommensquelle für Harry und seine Frau werden, auch wenn sie in der Gunst vieler britischer Medien und der Öffentlichkeit deutlich gefallen sind.

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