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Quartalsberichte : Ericsson: Handys bleiben verlustträchtig

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Verlust mit Mobiltelefonen Bild:

Der schwedische Konzern macht unerwartet hohe Verluste. Aufsichtsratschef Lars Ramqvist kündigt Rücktritt an.

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          Die Verluste des schwedischen Telekommunikationskonzerns Ericsson sind weiter angestiegen. Der viertgrößte Mobiltelefonhersteller der Welt meldete für das dritte Quartal einen Verlust von 5,8 Milliarden Kronen (610 Millionen Euro).

          Die roten Zahlen fielen deutlich höher als von Analysten erwartet aus. Die Experten hatten Anfang dieser Woche in einer Umfrage einen Verlust von lediglich 4,5 Milliarden Kronen prognostiziert. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte das Unternehmen 4,5 Milliarden Gewinn eingefahren. Seit Beginn dieses Jahres betragen die Verluste demnach bereits 16 Milliarden Kronen (1,69 Milliarden Euro).

          Auch beim Umsatz unter den Erwartungen

          Mit einem Umsatz von 54,6 Milliarden Kronen hatte das Unternehmen die Analystenerwartungen von 59,15 Milliarden ebenfalls nicht erreicht. Für das vierte Quartal erwartet Ericsson einen Umsatz von 55 Milliarden Kronen und einen etwas geringeren Vorsteuer-Verlust als im dritten Quartal. „In jedem Fall wollen wir für das Gesamtjahr eine Umsatzrendite von mehr als fünf Prozent erreichen, auch wenn unser Umsatz um zehn Prozent fallen sollte", teilte das Unternehmen weiter mit.

          Um wieder schwarze Zahlen schreiben zu können, hatte das Ericsson bereits zuvor ein 38 Milliarden Kronen schweres Sparprogramm angekündigt, das unter anderem den Abbau von 22.000 Stellen und damit 20 Prozent der Ericsson-Arbeitsplätze vorsieht. Das Maßnahmenpaket beginne früher als ursprünglich geplant und solle noch 2001 Einsparungen in Höhe von sieben Milliarden Kronen bringen. Zuvor hatte das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr 5,5 Milliarden Kronen einsparen wollen. Im September hatte Ericsson voraus gesagt, der Netzwerk-Markt werde 2002 unverändert bleiben oder leicht steigen. „Wir erwarten nun, dass der Markt 2002 unverändert bleibt oder um bis zu zehn Prozent sinkt", teilte Ericsson mit. Das Unternehmen werde sich mindestens im Einklang mit dem Markt entwickeln.

          Ramquist geht, Treschow kommt

          Der viertgrößte Handy-Hersteller der Welt nach Nokia, Motorola und Siemens wurde am frühen Morgen zur vorzeitigen Veröffentlichung der Zwischenbilanz gezwungen. Anlass war der Bericht einer britischen Agentur mit offensichtlich aus Insiderkreisen verbreiteten Zahlen, Ericsson-Aufsichtsratschef Lars Ramqvist kündigte seinen Rücktritt für das kommende Frühjahr an. Sein Nachfolger wird Michael Treschow vom Haushaltskonzerns Electrolux.

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