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Wirtschaftskriminalität : Was macht der Knast mit Managern?

Heute hat seine Verhandlung begonnen: Der frühere Audi-Chef Rupert Stadler vor Gericht in Stadelheim. Bild: EPA

Deutsche Strafverfolger gehen heute härter gegen Führungskräfte vor als früher. Was macht die Haft mit den Alphatieren?

          5 Min.

          Rupert Stadler ist noch ein bisschen grauer geworden. Das Haar trägt er etwas länger als damals, als er noch Audi-Chef war und nicht Angeklagter in einem der aufwendigsten Wirtschaftsprozesse, die Deutschland seit vielen Jahren erlebt hat. Stadler ist einer von vier Managern, die sich seit Mittwoch in München vor Gericht dafür verantworten müssen, dass Audi die Motoren von Dieselfahrzeugen manipuliert hat. Aber er ist das Gesicht dieses Prozesses. Derjenige, auf den alle blicken.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Stadler, 57 Jahre alt, war einst der ranghöchste unter den heutigen Angeklagten. Und er ist derjenige, der am tiefsten gestürzt ist. Die Fallhöhe war brutal: Von der Audi-Chefetage in Ingolstadt in die Gefängniszelle in der Justizvollzugsanstalt Augsburg-Gablingen. Fast fünf Monate saß er dort in Untersuchungshaft im Sommer 2018, bevor er gegen Auflagen auf freien Fuß kam. Jetzt steht Stadler ein Marathon im Gerichtssaal bevor. 181 Verhandlungstage bis Dezember 2022 wurden für den Prozess angesetzt.

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