https://www.faz.net/-gqe-9u3nr

Proteste in Frankreich : Ein späterer Renteneintritt ist unausweichlich

„Aufstand – wir haben es satt“: Proteste am Donnerstag in Frankreich Bild: dpa

Die Franzosen legen auf eine komfortable Rente wert. Was viele nicht wahrhaben wollen: Das muss auch finanziert werden.

          3 Min.

          Emmanuel Macron macht nicht gerne halbe Sachen, zumindest verbal. Mit seinen Ankündigungen zur Rentenreform mutet er den Franzosen viel zu. Der Protest dagegen blockierte am Donnerstag ganz Frankreich. Macron will die zersplitterten Rentenkassen in ein universelles System mit gleichen Regeln und Bedingungen überführen. Davon sind nicht nur 42 Sonderkassen von den Eisenbahnern über die Anwälte bis zu den Mitarbeitern der Banque de France und den Abgeordneten der Nationalversammlung betroffen, sondern auch die übrigen 82 Prozent der Bevölkerung. Die Regierung will die Privilegien der speziellen Berufskassen einkassieren und im allgemeinen Rentensystem ein Punktesystem einführen. Damit wird jeder Euro, der während einer Berufskarriere eingezahlt wurde, für die Rentenberechnung berücksichtigt.

          30 der 36 OECD-Länder, darunter auch Deutschland, verfahren bereits dementsprechend. Ein Punktesystem gilt als gerechter, weil die Rente stärker mit den Beiträgen korreliert. Niedrigverdiener mit wenig Gehaltssteigerungen profitieren davon besonders. Umverteilung durch die Anrechnung von Erziehungszeiten oder Arbeitslosigkeit kann mit Sonderpunkten oder höherer Punktebewertung weiter gesichert werden.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Arbeitgeber in Panik : Keiner kennt die Kosten der Grundrente

          1,5 Milliarden Euro könnten für die Grundrente womöglich nicht ausreichen, fürchten die Arbeitgeber. In der Union rumoren die Parlamentarier. Doch die Unions-Minister unternehmen keine hörbaren Anstrengungen mehr.
          Ein Haus als Geldanlage: Was einmal verlockend klang, ist heute eine teure Angelegenheit.

          Geldanlage : Beton auf Pump – oder doch Aktien?

          Lange Zeit wirkten Immobilien wie eine sichere Geldquelle – das ändert sich nun. Doch sind Aktien die bessere Wahl? Wer Geld für eine größere Investition übrig hat, sollte die verschiedenen Optionen genau durchrechnen.