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Letzte Zeche : Keine Kohle mehr

  • -Aktualisiert am

Hier geht es für sie nicht weiter: Zwei Bergleute im Bergwerk Prosper Haniel, bei einem ihrer letzten Einsätze zur Steinkohleförderung Bild: Frank Röth

Am 21. Dezember schließt die letzte deutsche Steinkohlenzeche. Über Generationen hat der Rohstoff das wirtschaftliche Wachstum im Ruhrgebiet garantiert. Gibt es Hoffnung für die Region?

          6 Min.

          Zunächst in rasendem Tempo mehr als tausend Meter mit dem Förderkorb in die Tiefe. Dann nochmals eine Dreiviertelstunde in der Dieselkatze durch die schwarze Finsternis der unterirdischen Tunnellandschaft. Schon die leicht schaukelige, vom gleichmäßigen Rattern der Hängebahn begleitete Fahrt erfordert vom Besucher tiefes, ruhiges Durchatmen. Staub, Lärm, Hitze: Das beklemmende Bewusstsein, so tief im Berg und so fern dem oberirdischen Startpunkt zu sein, lässt sich nicht so einfach verdrängen. Nach fast fünf Kilometern durch das Labyrinth geht es erst zu Fuß, dann auf Knien weiter zum Flöz, wo der riesige Kohlehobel das „Grubengold“ aus dem Berg fräst.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Kurz vor Toresschluss wollten viele noch einmal nach unten, um sich in der Zeche Prosper Haniel selbst ein Bild davon zu machen, wie es „vor Ort“ ausgesehen hat. Zu den letzten Besuchern gehörten im November der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart und drei Vorgänger des FDP-Politikers. Es gab die üblichen großen Worte des „Dankes und unserer Anerkennung“, auch den nostalgischen Rückblick: „Über Generationen war die Steinkohleförderung Arbeitgeber, Wachstumsmotor und ein fester Bestandteil des alltäglichen Lebens für Millionen Menschen im Ruhrgebiet.“

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