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Prominente Wechsel : Schröder nicht allein

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Die Übernahme des Aufsichtsratsvorsitzes beim russisch-deutschen Gaspipeline-Konsortium NEGP durch Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) schlägt derzeit hohe Wellen. Ein Wechsel von der Politik in die Wirtschaft ist nicht selten.

          Die Übernahme des Aufsichtsratsvorsitzes beim russisch-deutschen Gaspipeline-Konsortium NEGP durch Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) schlägt derzeit hohe Wellen. Ein Wechsel von der Politik in die Wirtschaft ist nicht selten.

          Martin Bangemann (FDP): Der frühere FDP-Chef und Bundeswirtschaftsminister wechselte 1999 vom Posten des EU-Industriekommissars zum spanischen Telefonica-Konzern. Der Fall löste europaweit heftige Reaktionen aus. Massive Kritik kam auch aus der FDP, zumal er als EU-Politiker unter anderem mit dem Bereich der Telekommunikation befaßt war.

          Wolfgang Clement (SPD): Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister wurde am 8. Dezember 2005 in den Aufsichtsrat des Dienstleistungskonzerns Dussmann (Jahresumsatz 1,2 Milliarden Euro) berufen.

          Klaudia Martini (SPD): Ende August 2001 gab die rheinland-pfälzische Umweltministerin ihren Wechsel in den Opel-Vorstand bekannt. Sie übernahm dort den Posten der Kommunikationschefin. Die Stelle gab sie Ende Mai 2004 wieder auf.

          Klaus Matthiesen (SPD): Kurz war die wirtschaftliche Karriere des früheren SPD-Fraktionschefs im nordrhein-westfälischen Landtag. Im Oktober 1998 wechselte er nach 25 Jahren in der Politik als Vorstandschef zum Kölner Rohstoff- und Entsorgungskonzern Interseroh AG. Einen Tag nach seiner ersten Pressekonferenz starb Matthiesen am 9. Dezember 1998.

          Friedrich Merz (CDU): Seit Mai 2005 ist der Finanzexperte Mitglied des Aufsichtsrats der Deutschen Börse AG. Für Kritik sorgte, daß Merz als Berater für den Hedge-Fonds TCI tätig war, der als Großaktionär der Börse den Sturz von Vorstandschef Werner Seifert betrieben hat.

          Werner Müller (parteilos): Der frühere Manager des Eon-Vorläufers und spätere Bundeswirtschaftsminister (1998 bis 2002) wurde 2003 zum Vorstandschef des Kohle- und Chemiekonzerns RAG bestellt. Als Minister war Müller an der Verlängerung der Steinkohlesubventionen beteiligt. Im Streit über die Genehmigung der Ruhrgas-Übernahme durch Eon überließ er 2002 den Entscheid über eine Ministererlaubnis dem damaligen Staatssekretär Alfred Tacke, der 2004 in den Vorstand der RAG-Tochterfirma Steag wechselte.

          Hans-Peter Repnik (CDU): Er war bis September 2002 Fraktionsgeschäftsführer der Union. Nach der Bundestagswahl 2002 blieb er Abgeordneter, übernahm daneben aber im Januar 2003 den Chefposten beim Dualen System Deutschland AG (DSD). Für den "Grünen Punkt" war er bis Anfang 2005 verantwortlich.

          Gunda Röstel (Grüne): Im Juni 2000 wurden Röstel und Antje Radcke als Grünen-Vorsitzende abgelöst, Anfang Oktober 2000 startete Röstel eine Managerkarriere beim Unternehmen Gelsenwasser.

          Lothar Späth (CDU): Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident mußte 1991 wegen der Segeltörn-Affäre zurücktreten. Ein halbes Jahr später wurde er Geschäftsführer der Jenoptik GmbH in Jena. Dort blieb er bis 2003. Seit Mai 2005 ist Späth Chef der Investmentbank Merrill Lynch in Deutschland.

          Otto Wiesheu (CSU): Beim bayerischen Wirtschaftsminister war die Karenzzeit gleich Null. Wiesheu wechselte direkt von der Politik in den Bahn-Vorstand. Heikel war der Schritt, weil sich Wiesheu in den Koalitionsverhandlungen für die Bahn eingesetzt hatte. Eine Interessenkollision wies er mit Hinweis auf sein jahrelanges Eintreten für die Bahn von sich.

          Monika Wulf-Mathies (SPD): Die ehemalige Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) war von 1994 bis 1999 EU-Kommissarin für Regionalpolitik, danach europapolitische Beraterin des Bundeskanzlers. Anfang 2001 wechselte sie zur Deutschen Post World Net als Leiterin des Zentralbereichs "Politik und Umwelt, National und International".

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