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Prognose der OECD : Das Gesundheitssystem von morgen

Eine Notaufnahme in einem deutschen Krankenhaus. Nach dem Coronavirus werden sich die Abläufe verändern müssen. Bild: dpa

Mehr Forschung, Überschussbetten, Datenaustausch und Zugang für alle. Die OECD zieht erste Lehren aus der Krise.

          3 Min.

          Auch wenn die Coronavirus-Krise in Europa und anderswo noch nicht ihren Höhepunkt erreicht hat, stellen Gesundheitsexperten erste Überlegungen über die daraus zu ziehenden Lehren an. Wie hat ein Gesundheitssystem auszusehen, um mit Krisen wie durch Covid-19 zurechtzukommen? Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat in einem Papier vier Kernforderungen aufgestellt: Forschung und Entwicklung sollten gestärkt und beschleunigt werden, die Gesundheitssysteme müssten rasch auf den steilen Anstieg von Erkrankungen reagieren können; für die schwächsten Glieder einer Gesellschaft muss der Zugang zur Versorgung gesichert sein, und digitale Lösungen und Datenaustausch seien besser zu nutzen.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Deutschland ist nach den internationalen Vergleichen für die Reaktion auf steil ansteigende Patientenzahlen relativ gut gerüstet. Bei den Intensivbetten – „dem größten Engpass in der Covid-19-Krise“ – hat Deutschland unter elf ausgewählten Ländern mit fast 34 Betten je 100 000 Einwohnern den höchsten Anteil, mehr als doppelt so viel wie der OECD-Durchschnitt. Bei den Betten für die breiter gefasste Akutbehandlung liegt Deutschland unter allen 36 OECD-Ländern auf dem dritten Rang hinter Japan und Korea. Auch beim medizinischen Personal vermittelt Deutschland mit rund 4,3 Ärzten und 13 Krankenpflegern je 1000 Einwohnern ein vorteilhaftes Bild. Besonders wenig medizinisches Personal haben dagegen Mexiko, die Türkei und Polen.

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