https://www.faz.net/-gqe-6ukf7

Pressevertrieb : Bauers Sitten

  • -Aktualisiert am

Mit dem Urteil gegen den Großhandel erhalten Verlage wie Bauer ein Drohmittel. Wenn sich noch mehr von ihnen entscheiden, auf Eigenvertrieb umzustellen, ist die Pressevielfalt in Gefahr.

          Der Hamburger Bauer-Verlag spielt mit dem Feuer. Vor dem Bundesgerichtshof hat der Großverlag zwar gewonnen und sich gegen einen kleinen Pressegroßhändler durchgesetzt, aber zu welchem Preis? Jahrzehntelang hat der Verlag das deutsche Vertriebssystem mit aufgebaut und davon profitiert.

          Mit dem Führungswechsel von Heinz Heinrich Bauer hin zu seiner Tochter Yvonne Bauer scheint das alles vergessen zu sein. Noch mehr als zuvor zählt für das Zeitschriftenhaus Kosten zu sparen. Der Verlag hat einen Pressegroßhändler gekündigt, um mit der eigenen Tochtergesellschaft selbst den Vertrieb zu organisieren.

          Dass dies nach dem Karlsruher Urteil jetzt rechtmäßig ist, gibt den großen Verlagen ein starkes Drohmittel in die Hand, um auf den Grossisten Druck aufzubauen, damit dieser deren Zeitschriften in den Fokus rückt - zu Lasten aller anderen, vor allem der kleineren Publikationen. In die gleiche Richtung stößt der Verlag in Köln vor: Dort klagt Bauer darauf, nicht mehr mit dem Grosso-Verband zentral über die Konditionen zu verhandeln. Während sich fast alle andere Verlage zum Presse-Grosso-System bekennen, gefährdet Yvonne Bauer das Vertriebssystem. Am Ende würde darunter die Pressevielfalt leiden.

          Jan Hauser

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Folgen:

          Topmeldungen

          Diese Demonstranten am Stuttgarter Flughafen wollen die Menschen vom Fliegen abhalten.

          Klimaschutz : Vertraut nicht den Verboten!

          Im Kampf um das Klima gibt es viele Einzelideen. Sie versperren den Blick auf das Notwendige: ein sinnvolles Gesamtkonzept. Dafür gilt: Lieber gründlich als überhastet.
          Formiert sich gerade eine breite politische Front gegen Salvini? Der italienische Innenminister strebt weiter Neuwahlen an.

          Regierungskrise in Italien : Mit dem „Plan Ursula“ gegen Salvini?

          Der Streit um das Rettungsschiff „Open Arms“ dauert an – und in Rom wird weiter über Szenarien zur Überwindung der Regierungskrise spekuliert. Ein prominenter Politiker stellt sich nun hinter einen Plan zur Bildung einer breiten Front gegen den italienischen Innenminister.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.