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Preisdeckel : Was bringt ein Ölkartell?

Qatars Energieminister, Saad Sherida Al-Kaabi, und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) unterzeichneten am Freitag in Berlin eine Absichtserklärung für eine tiefere Zusammenarbeit. Bild: AFP

Ein Preisdeckel für Öl – bei diesem Vorschlag gehen Wirtschaftsexperten erst mal in Abwehrhaltung. Aber nicht so schnell!

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          Ein Preisdeckel für Öl – bei diesem Vorschlag geht jeder marktwirtschaftlich geschulte Mensch erst mal in Abwehrhaltung. Wirtschaftsminister Robert Habeck unterstützt die Idee, den Ölpreis zu deckeln, indem große Ölverbrauchsländer sich zu einem Kartell zusammenschließen. Das geht erst mal gegen alle volkswirtschaftlichen Grundsätze. Die sagen eher: Wenn ein Gut knapp wird, muss der Preis hoch, damit die Menschen davon weniger verbrauchen.

          Doch das Öl wird nicht knapp. Derzeit verändern sich leider nur die Lieferströme. Der Westen will Russlands Öl nicht mehr haben, verkauft wird es leider trotzdem werden – an andere Länder, wenn auch mit Preisabschlag. Wenn der Westen in dieser Lage einen Weg fände, selbst nicht übermäßig viel zu zahlen, wäre das eines genaueren Nachdenkens wert.

          Klar ist aber auch: Es braucht eine breite Koalition vieler Staaten, um so einen Pakt zum Erfolg zu bringen. Die Staaten, die sich den Russland-Sanktionen angeschlossen haben, reichen dafür wahrscheinlich nicht aus. Die Gründung eines Käuferkartells kann sich noch als schwierig herausstellen.

          Patrick Bernau
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Wert“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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