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Porträt : Richard Parsons - Diplomatengeschick im Medienimperium

  • -Aktualisiert am

Richard Parsons soll AOL Time Warner zusammenschweißen Bild: dpa

Der 53-jährige Jurist, der im Mai offiziell die Nachfolge von Gerald Levin bei AOL Time Warner antritt, gehört zu den wenigen afro-amerikanischen Männern an der Spitze großer US-Unternehmen.

          Die Fähigkeit, zu vermitteln und zu überzeugen, gilt als wichtige Eigenschaft von Richard Parsons. Auch ein Jahr nach der vollzogenen Fusion von AOL und Time Warner gibt es für neuen Firmenchef noch genügend Gelegenheiten, dies beim weltgrößten Medienkonzern unter Beweis zu stellen.

          Wenn der 53-jährige Jurist im Mai offiziell die Nachfolge von Gerald Levin antritt, gehört er zu den wenigen afro-amerikanischen Männern an der Spitze großer US-Unternehmen wie der Chef von American Express, Kenneth Chenault, und der Präsident der Investmentbank Merrill Lynch, Stanley O'Neal.

          Mit Diplomatie und Beharrlichkeit

          In der Unternehmensführung hat sich der ehemalige Time-Warner-Manager Parsons damit wider den Erwartungen der Wall Street gegen den AOL-Kandidaten Robert Pittmann durchgesetzt. Diplomatie und Beharrlichkeit haben Parsons vor seinem Aufstieg in der Medienwelt bereits eine Karriere in der Politik beschert.

          Von Hawaii zum New Yorker Anwalt

          Nach dem Grundstudium an der Universität von Hawaii, wo sich Parsons aus einer Laune heraus beworben hatte, wechselte er zurück an die Ostküste und schloss als Jahrgangsbester ab. Mit Bestnoten absolvierte er seine Zulassungsprüfung als Anwalt in New York und erregte so die Aufmerksamkeit des damaligen Gouverneurs Nelson Rockefeller, der ihn zum Assistenten machte. Mit dem Einzug von Gerald Ford ins Weiße Haus wurde Parsons zum engen Mitarbeiter von Vize-Präsident Rockefeller, wendete sich dann aber als Partner in einer Anwaltskanzlei wieder der Juristerei zu.

          Seit 1991 mischt Parsons bereits in den Führungsriegen von Time Warner mit, 1995 stieg er ganz in die Medienwelt ein. Nicht zuletzt seine hervorragenden Kontakte und sein Ruf in Washington halfen, die weltgrößte Fusion bei der Regierung durchzusetzen.

          Seine Verbindung zur Politik hat der Top-Manager, den seine Mitarbeiter als bescheiden, gelassen und beliebt beschreiben, aufrechterhalten: So wie einst im Team des ehemaligen New-Yorker-Bürgermeisters Rudolf Giuliani unterstützt Parsons auch den Nachfolger Michael Bloomberg bei der Einarbeitung.

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