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Porträt : Die Person Lakshmi Mittal

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Lakshmi Mittal: Keine Ermüdungserscheinungen Bild: Daniel Pilar

Donnerstag in Kasachstan, Freitag in Amsterdam, Samstag in Delhi, Sonntag in Bangkok. Die Aufsichtsratssitzung am Dienstag in Luxemburg dauert länger als geplant.

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          Donnerstag in Kasachstan, Freitag in Amsterdam, Samstag in Delhi, Sonntag in Bangkok. Die Aufsichtsratssitzung am Dienstag in Luxemburg dauert länger als geplant: Die Vorgaben für 2008 sind zu erörtern, wie auch das wahrscheinlich mehr als 2 Milliarden Euro teure Aktienrückkaufprogramm und eine kaum weniger aufwendige Mehrheitsbeteiligung in China. In zwölf Stunden beginnt sein Tagestrip nach Liberia. Dazwischen stehen noch ein Interview und eine Dinnerveranstaltung auf dem Programm. Der siebenundfünfzigjährige Lakshmi Mittal zeigt weder Ermüdungserscheinungen, noch hat er schlechte Laune. Knapp drei Jahrzehnte hat der in Rajasthan geborene, anfangs in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsene Inder gebraucht, um sich vom Stahlwerksbesitzer in Indonesien zu dem mit weitem Abstand größten Stahlproduzenten in der Welt aufzuschwingen. Dabei waren die letzten 36 Monate die entscheidende Phase. In kaum drei Jahren hat sich die im teuersten Londoner Privathaus residierende Unternehmerfamilie wie eine Rakete an den großen etablierten Stahlkonzernen Europas, Amerikas und Asiens vorbei an die Spitze katapultiert. Ende der neunziger Jahre hatte Mittal angekündigt, er werde innerhalb einer Dekade der größte Stahlerzeuger sein. Schon im Jahr 2004 war er mit dem Kauf des größten Stahlkombinats in der Ukraine und dem Zusammenschluss mit der großen nordamerikanischen Stahlgruppe International Steel am Ziel.

          Sein spektakulärster Erfolg wurde freilich das feindliche Übernahmeangebot für den umsatz- und ertragstärksten Stahlkonzern Arcelor in Luxemburg , das er schließlich in der Mitte des Jahres 2006 nach einem fast sechsmonatigen Ringen für sich entschied. In der globalen Stahlwirtschaft lässt sich dieser Quantensprung nicht mehr übertreffen. Auch in der Liste der reichsten Menschen bewegt sich Mittal oben. Da der Drang zur quantitativen und qualitativen Größe für ihn inzwischen kein Antrieb mehr sein kann, hält Mittal seinen Adrenalinspiegel mit neuem Ziel hoch: er will seinem Konzern ein nachhaltiges Geschäftsmodell geben. Mittal will einen globalen Konzern schaffen, der dem Werkstoff durch eine permanente Weiterentwicklung einen dauerhaften Lebenszyklus und den Stakeholdern - also Mitarbeitern, Standorten und Aktionären - über alle Wertschöpfungsstufen - angefangen beim Erzbergwerk über die Stahlerzeugung bis zum dienstleistenden Handel - eine optimale Wertsteigerung sichert.

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