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Möglicher „No-Deal-Brexit“ : Porsche kündigt Preisaufschläge für harten Brexit an

Ein Porsche Macan in der Lackiererei im Werk von Porsche in Leipzig Bild: dpa

Gelten nach dem EU-Austritt im Handel mit den Briten nur noch die WTO-Regeln, könnte Porsche die Kosten für Zölle an die Käufer der Sportwagen weiterreichen. Darüber hat Porsche seine Kunden informiert.

          Der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche verlangt von seinen Kunden in Großbritannien höhere Preise für seine Autos, falls es zu einem ungeordneten Brexit kommt. Man habe die Käufer darüber informiert, dass der EU-Austritt zu Preisaufschlägen von bis zu 10 Prozent durch Zölle führen könne, bestätigte Porsche dem britischen Branchenfachblatt Car Dealer auf Anfrage. Kaufinteressenten im Königreich müssten eine entsprechende Klausel unterzeichnen.

          Marcus Theurer

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Der Schritt ist nach Darstellung des Autobauers eine „Vorsichtsmaßnahme“, die es den Kunden erlauben solle, vorauszuplanen. Betroffen seien Käufer, deren Neuwagen nach dem Brexit-Termin am 29. März geliefert würden.

          Die Porsche-Muttergesellschaft Volkswagen wollte sich nicht dazu äußern, ob andere Konzernmarken wie VW, Audi und Skoda ähnliche Brexit-Zuschläge erheben. Großbritannien ist einer der wichtigsten Exportmärkte der deutschen Autoindustrie.

          Die Brexit-Klausel von Porsche zeigt, dass die Ungewissheit über den EU-Austritt schon jetzt konkrete Folgen für die britischen Kunden und die Unternehmen hat. Anderthalb Monate vor dem Austrittstermin ist noch immer völlig unklar, wie es mit den britisch-europäischen Handelsbeziehungen am Tag danach weitergeht.

          Das britische Parlament weigert sich bislang, dem vorliegenden Austrittsabkommen zwischen London und Brüssel zuzustimmen. Deshalb droht der Handel mit der EU nach dem Brexit auf die Minimalstandards der Welthandelsorganisation WTO zurückgeworfen zu werden. Die EU erhebt auf Autoimporte aus Drittstaaten, mit denen es keine Freihandelsabkommen gibt, Einfuhrzölle von 10 Prozent.

          Erwartet wird, dass Großbritannien im Falle eines „No-Deal-Brexit“ auf Importe aus der EU Zölle in gleicher Höhe erheben würde. Bisher gehört das Königreich dagegen der Zollunion des Staatenbundes an, was zollfreie Importe aus anderen EU-Staaten gewährleistet.

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