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Baden-Württemberg : Porsche-Betriebsratschef bringt sich für SPD-Spitze ins Gespräch

  • Aktualisiert am

Uwe Hück (r) war einst Boxer. Das Bild zeigt ihn zusammen mit Nils Schmid auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung. Bild: dpa

SPD-Mitglied Uwe Hück ist ein Mann klarer Worte. Er fordert eine Doppelspitze bei der Südwest-SPD. Er kann sich den Posten neben Landeschef Schmid auch selber vorstellen.

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          Vier Wochen nach der Wahlschlappe der Südwest-SPD hat Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück sich selbst für eine Doppelspitze mit Landeschef Nils Schmid ins Gespräch gebracht. „Ich werde Nils unterstützen, wenn er mich braucht“, sagte Hück am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart auf die Frage, ob er für eine Kandidatur als Co-Vorsitzender zur Verfügung stehe.

          Für eine Doppelspitze müsste die Parteisatzung geändert werden. „Ich schätze Nils Schmid über alles, er ist ein genialer Arbeiter, der aber kein guter Darsteller ist. Er braucht einen neben sich, der übersetzen kann“, sagte der 53-Jährige. Sein Vorstoß rief Kritik hervor. An diesem Samstag kommt die Landes-SPD in Fellbach zusammen, um die Niederlage bei der Landtagswahl aufzuarbeiten.

          „Ich schätze Nils Schmid über alles, er ist ein genialer Arbeiter, der aber kein
guter Darsteller ist. Er braucht einen neben sich, der übersetzen kann“: Uwe Hück
          „Ich schätze Nils Schmid über alles, er ist ein genialer Arbeiter, der aber kein guter Darsteller ist. Er braucht einen neben sich, der übersetzen kann“: Uwe Hück : Bild: dpa

          Die SPD erlitt im März eine herbe Niederlage: mit 12,7 Prozent kam sie bei der Wahl auf den vierten Platz nach der AfD. Schmid ist seit 2009 Landesvorsitzender. Er wollte den Vorstoß von Hück nicht kommentieren. Der scheidende Finanzminister betonte aber: „Ich schätze Uwe Hück über alle Maßen und bin ihm sehr dankbar, dass er mich und unsere SPD auch in diesem extrem schwierigen Wahlkampf unterstützt hat.“ Hück ist seit Anfang der 80er Jahre SPD-Mitglied und hat bisher kein Parteiamt inne.

          Hück forderte rasches Handeln, um die Partei aus ihrem Tief zu holen. „Ich bin kein Freund der langen Aufarbeitung. Wir haben dafür keine Zeit. Wir brauchen keinen Eintopf, sondern wir müssen ein Menü vorstellen, das jedem schmeckt.“ Die SPD müsse zwei Themen verkörpern. „Sie muss die Kompetenz für die Wirtschaft darstellen und Rechtsanwalt aller Arbeitnehmer sein, vom Karosseriebauer bis hin zum Ingenieur.“ Bei einer Doppelspitze würde Schmid als Übersetzer für die Wirtschaft stehen. Ihn nun abzusägen wäre tödlich. Kritik an Hücks Vorstoß kam von Leni Breymaier. Sie gab folgende Marschrichtung aus: „Erst die Inhalte, dann die Personen. Aber warum nicht gleich drei Männer als Dreifachspitze?“

          Hück hatte sich vor Jahren auch schon einmal als Chef der IG Metall ins Gespräch gebracht. Der Landeschef der Metaller, Roman Zitzelsberger, sagte am Rande einer Kundgebung der Gewerkschaft in Karlsruhe: „Die SPD in Baden-Württemberg steht vor einem Erneuerungsprozess. Die Diskussion sollte erst einmal inhaltlich geführt werden. Personalfragen stellt man besser am Schluss.“

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