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Neuer CO2-Skandal? : Verdacht auf falsche Werte beim Verbrauch des Porsche 911

Die Ikone der Sportwagen von Porsche: Der 911 Carrera S Bild: AFP

Es erinnert an den Dieselskandal von VW: Bei dem Sportwagen 911 von Porsche könnten die Angaben zum Spritverbrauch falsch gewesen sein. Das hat der Autobauer nun selbst gemeldet.

          Die Autoindustrie hat möglicherweise einen neuen Skandal: Porsche könnte falsche Angaben zum Spritverbrauch der Sportwagen-Ikone 911 gemacht haben. Der CO2-Ausstoß dieser Porsche-Modelle könnte höher sein als offiziell gemeldet. Die Mutmaßung kommt nicht etwa von externen Kritikern, sondern aus dem Haus Porsche selbst. Eine Selbstanzeige hat das Kraftfahrtbundesamt (KBA) schon bekommen, die Behörden EPA und CARB in Amerika werden ebenfalls informiert, bestätigt ein Sprecher des Sportwagenbauers in Stuttgart.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Sollte es sich um erhebliche Abweichungen handeln, hätte Porsche nicht nur ein Image-Problem, sondern müsste auch mit Schadenersatzforderungen von Kunden und möglicherweise mit Geldstrafen rechnen. „Porsche hat bei internen Untersuchungen Themen festgestellt im Zusammenhang  mit einzelnen, sogenannten Ausrolltests“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Die sperrige Formulierung „Themen festgestellt“ erinnert an den Dieselskandal bei Volkswagen, wo man  zur „Diesel-Thematik“ allzu lang auf  Distanz gegangen ist. Diesen Fehler will man bei der Konzern-Tochtergesellschaft Porsche offenbar nicht wiederholen.

          „Sachverhalt wird noch untersucht“

          Ein „Thema“, und mag es noch so heikel sein, wird jetzt öffentlich gemacht, obwohl es noch gar nicht so einfach zu umreißen ist. „Die Benachrichtigung der Behörden aus eigener Initiative ist Ausdruck eines funktionierenden Systems aus internen Kontrollmaßnahmen und unserer Firmenkultur,“ heißt es in der Stellungnahme. Betont wird dort im Übrigen, dass es keinen Zusammenhang mit der  Motorsteuerungssoftware gebe und dass die Fahrzeugsicherheit nicht betroffen sei. Bei den Ausroll-Tests, von denen die Rede ist, handelt es sich um Versuche, die  für das jeweilige Fahrzeug spezifische Werte ermitteln, die auf dem Rollenprüfstand nicht getestet werden könnten. In diesem Fall ging es um den Luftwiderstand.

          Dieser Wert spielt eine bedeutende Rolle für den Benzinverbrauch und damit für den CO2-Ausstoß. Entsprechende Meldungen an die zuständigen Behörden stimmten offenbar nicht mit den Messungen überein, heißt es bei Porsche, wo ein Bericht des „Spiegel“ über solche Falschangaben für die den 911er der Baujahre 2016 und 2017 im Grundsatz bestätigt wird.

          „Der Sachverhalt wird derzeit noch untersucht“, heißt es in einer schriftlichen  Stellungnahme des Stuttgarter Autobauers: „Porsche sieht es als Selbstverständlichkeit und Ausdruck seiner Firmenkultur an, die zuständigen Behörden aktiv zu informieren.“ Zudem hat Porsche-Chef Oliver Blume offenbar selbst zum Hörer gegriffen und Verkehrsminister Andreas Scheuer über die möglicherweise falschen CO2-Werte informiert.

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