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Fehlende Stellen : Deutschland braucht mehr Polizisten

Nachwuchs aus allen Schichten

Gleichwohl sagen auch die Wissenschaftler, dass wegen des öffentlichen Spardrucks in den nuller Jahren freiwerdende Stellen nicht mehr unbedingt besetzt wurden. Natürlich müsse man bei verstärkter Nachfrage nach polizeilichen Dienstleistungen auch mehr Polizisten einstellen, allerdings viel stärker noch an deren Effizienz arbeiten. Nur: Derjenige Politiker, der der Polizei Ineffizienz bescheinigt und ihr deshalb neue Stellen versagt, läuft Gefahr, sich politisch ein Eigentor zu schießen. Das tut derzeit keiner.

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Die Hamburger Akademie sucht Nachwuchs aus allen Schichten der Bevölkerung und mit vielfältigem Hintergrund. Die Truppe soll eine bunte Mischung sein, weil die Gesellschaft auch nicht anders ist. Ausbildungsstätten anderer Bundesländer halten es ähnlich. Realschüler sind dort ebenso willkommen wie Abiturienten oder junge Menschen mit Fachhochschulreife. Auch solche, die schon eine andere Berufsausbildung oder ein Studium abgeschlossen haben und sich erst dann für eine Laufbahn bei der Polizei entscheiden. „Wir haben Archäologen und Rechtswissenschaftler bei uns, Richter, Bankkaufleute oder solche, die auf Lehramt studiert haben“, heißt es von der Akademie - immer mehr Spätberufene also. Möglichst bunt soll es auch in ethnischer Hinsicht sein. 20 Prozent der Hamburger Polizei-Studenten haben inzwischen einen Migrationshintergrund. Die Akademie tut alles dafür, dass das so bleibt. Sie könnte es sich auch gar nicht leisten, irgendeine Bevölkerungsgruppe nicht in Betracht zu ziehen.

Polizei wird verjüngen

Nun rollt auf die Polizei in Bund und Länder auch noch eine Pensionierungswelle zu. Nach Schätzungen der Polizeigewerkschaft GdP gehen in den kommenden fünf Jahren 64. 000 Beamte in den Ruhestand. Den bevorstehenden Schwund merkt Thomas Model schon an den 315 Mitarbeitern seiner Akademie, von denen in absehbarer Zeit mehr als 50 zu Pensionären werden. Die Polizei wird sich also zwangsläufig verjüngen und damit auch verändern. Vielleicht wird sie ja freundlicher, lässiger, vielleicht sogar ein wenig cooler - so wie die vielen jungen Beamten auf dem Marienplatz, die sich bei all der verordneten Aufmerksamkeit sogar noch auf Unterhaltungen mit den Passanten einließen.

In München ist es am vergangenen Wochenende friedlich geblieben. Womöglich hat die Omnipräsenz der Sicherheitskräfte Krawalle oder Ausschreitungen verhindert, ganz nach der im vergangenen Jahr beschlossenen Devise des bayerischen Innenministeriums „Sicherheit durch Stärke“. Ein Demonstrationszug mit knapp 2000 Teilnehmern zog friedlich vorbei, skandierend, trillernd und Transparente in die Luft haltend. Gleichwohl: Die Enge blieb bedrückend. Eine Dame schüttelte den Kopf: „Was, wenn jetzt eine Rucksackbombe hochgeht?“

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