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Wirtschaft im Aufschwung : In Polen werden die Arbeitskräfte knapp

Aktuell wird der Arbeitskräftemangel in Polen von etwa 1,5 Millionen Ukrainern ausgeglichen, die mehr oder weniger dauerhaft im Lande leben. Bild: dpa

In keinem Land der EU wuchs die Wirtschaft im vergangenen Jahr so stark wie östlich der Oder. Der wirtschaftliche Aufschwung macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Abhilfe sollen Kräfte aus dem Ausland schaffen.

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          Die Wirtschaft Polens durchlebt eine Glückssträhne, und das nicht erst seit gestern. Schon die Regierungszeit des liberalen Ministerpräsidenten Donald Tusk (2007–2014) war eine gute Zeit: Damals kam das Land als einziges in der EU ohne Rezession durch die große Finanzkrise, weshalb Tusk von der „grünen Insel“ Polen sprach. Aber auch unter seinen nationalkonservativen Nachfolgern – seit Ende 2017 Mateusz Morawiecki – geht die Blüte weiter. 2018 hatte Polen mit real 5,1 Prozent das stärkste Wachstum in der Gemeinschaft, auch 2019 dürfte das Land laut EU-Kommission wieder Spitzenreiter sein (wenn man jeweils von Malta absieht).

          Gerhard Gnauck

          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Wer die Väter all dieser Erfolge sind, darüber lässt sich in Wahlkampfzeiten trefflich streiten. Im Oktober wird in Polen ein neues Parlament gewählt. Es gilt als sicher, dass die regierende PiS auch aufgrund ihrer Sozialleistungen ihr Ergebnis von 2015 noch etwas verbessert. Ob die Umrechnung der Stimmen in Mandate ihr auch diesmal die absolute Mehrheit der Sitze bringt, bleibt allerdings abzuwarten.

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