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Poker um Schering : Bayer gewinnt Übernahmekampf

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Die Frage sei allerdings, wer noch als Übernahmekandidat in den Blick rücken könnte. Auch andere Konzerne suchten bereits nach entsprechenden Kandidaten und seien bislang nicht fündig geworden, sagten Analysten. Eine Übernahme von Stada erscheine unwahrscheinlich, hier habe es bereits vor längerer Zeit Gespräche gegeben, die zu nichts geführt hätten. Möglicherweise werde es mehrere, dafür kleinere Übernahmen nicht börsennotierter Unternehmen geben.

Gerüchte um Sonderdividende treiben Merck-Aktie

Anderen Gerüchten zufolge plant Merck eine Sonderausschüttung von einem bis 1,50 Euro je Aktie. Das gab den Aktien des im Nebenwerte-Index MDax gelisteten Unternehmens kräftigen Auftrieb, die Papiere verteuerten sich bis zum Nachmittag um 5,2 Prozent.

„Am Markt geht das Gerücht um, Merck will den Zusatzerlös aus dem Kampf um Schering an seine Aktionäre verteilen“, sagte ein Händler. Ein Sprecher des Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzerns betonte: „Derartige Gerüchte kommentieren wir grundsätzlich nicht.

Allianz profitiert nicht von der Einigung

Der Münchener Finanzkonzern Allianz profitiert nach eigenen Angaben nicht von dem nochmals aufgestockten Kaufangebot. Eine Allianz-Sprecherin verwies am Mittwoch darauf, daß das Münchener Unternehmen sein 11,4-Prozent-Paket an Schering schon am Vortag an Bayer abgegeben habe. Bayer hatte den Preis dafür auf bis zu 88 Euro je Aktie beziffert. „Das bleibt dabei“, sagte die Sprecherin.

Die Allianz war Bayer mit dem vorzeitigen Verkauf zur Seite gesprungen, um der Offerte der Leverkusener noch zum Durchbruch zu verhelfen. Dabei nahm der Finanzriese in Kauf, von einem möglicherweise besseren Angebot nicht mehr zu profitieren. „Wir wollten damit einen Beitrag zu einer sinnvollen Lösung für Schering leisten“, erklärte die Sprecherin.

Buchgewinn von bis zu 700 Millionen Euro möglich

Welchen Buchgewinn die Allianz aus dem Verkauf ziehen wird, sagte sie nicht. Analysten rechnen mit einem hohen dreistelligen Millionenbetrag. „Ich tippe, daß der Buchgewinn netto mindestens 600 bis 700 Millionen Euro betragen wird“, sagte HVB-Analyst Lucio Di Geronimo. Die Allianz war lange an Schering beteiligt, so daß der Anteil mit einem niedrigen Kurs in den Büchern gestanden haben dürfte. Stephan Kalb vom Bankhaus Sal. Oppenheim geht von einem Buchgewinn von deutlich über 400 Millionen Euro aus.

Die Analysten erwarten, daß die Allianz den Sondererlös für Rückstellungen für den Umbau ihres Versicherungsgeschäfts in Deutschland verwenden wird. In wenigen Wochen will die Allianz die Auswirkungen auf die Standorte und Zahl der Arbeitsplätze informieren.

Mercks Konfrontationskurs

In hierzulande noch nie da gewesener Form war Merck, die selbst Schering kaufen wollte und damit aber beim Berliner Management abgeblitzt war, in den vergangenen Tagen zu Bayer auf Konfrontationskurs gegangen. Die Firma kaufte massiv Schering-Aktien und war nur hauchdünn von der Sperrminorität von 25 Prozent entfernt.

Das Überschreiten dieser Marke hätte die größte Übernahme in der Bayer-Firmengeschichte verhindert. Experten hatten vermutet, Merck habe sein Schering-Paket als Faustpfand verwenden wollen, um Bayer zu Vertriebsvereinbarungen, zur Abgabe von Patenten oder Medikamenten in der Entwicklung zu zwingen.

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