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Pleiten : Sabena meldet Konkurs an

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Bald am Boden Bild: dpa

Die belgische Fluggesellschaft geht in Konkurs. Sabena konnte keinen zahlungskräftigen Partner finden.

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          Die belgische Fluggesellschaft Sabena reicht Konkursantrag ein. Das teilte der Chef des Sabena-Verwaltungsrates, Fred Chaffart, am Dienstagabend nach einer Krisensitzung in Brüssel mit. Sabena hatte zuvor bereits fast alle Flüge gestrichen.

          Die traditionsreiche Firma steckte bereits in der Krise, als Anfang Oktober ihr wichtigster industrieller Aktionär Swissair zusammenbrach. Der Flugbetrieb des Brüsseler Unternehmens, an dem der belgische Staat die Anteilsmehrheit hält, war nur mit einem Notkredit der Regierung aufrecht erhalten worden. Bis Ende November hatte Sabena Gläubigerschutz beantragt; am Donnerstag hätte die Firma vor Gericht aber einen Sanierungsplan vorlegen müssen.

          Am Dienstag waren Vertreter der Gewerkschaften mit einer Regierungsdelegation zusammengetreten, um über einen Sozialplan für die Beschäftigten zu verhandeln. Der belgische Finanzminister Didier Reynders musste deshalb eine Sitzung der EU-Finanzminister vorzeitig verlassen. Sabena wurde 1923 gegründet. Derzeit besitzt der belgische Staat 50,5 Prozent der Anteile. Der Rest gehört der Schweizer SAir Group, die nach den Turbulenzen um die Swissair ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen konnte, was für die ohnehin angeschlagene Sabena der Todesstoß war.

          Der Konkurs könnte nun den Weg für den Neuanfang einer Airline frei machen, die sich auf europäische Flüge konzentriert. Mit den Vorstellungen über die Gründung eines Nachfolgeunternehmens sei man bislang aber nicht einverstanden. Die Gespräche würden fortgesetzt. Ein belgisches Handelsgericht hatte Sabena am 5. Oktober Gläubigerschutz gewährt und eine Frist für einen Rettungsplan des Unternehmens bis zum 8. November gesetzt. Allein im ersten Halbjahr 2001 machte Sabena einen Verlust 139 Millionen Euro.

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