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Pleiten : Enron - die Chronik eines Zusammenbruchs

  • Aktualisiert am

Abgestürzt Bild: dpa

Noch vor kurzem das siebtgrößte Unternehmen in den USA, ist Enron jetzt vom Kurszettel an der New York Stock Exchange gestrichen.

          2 Min.

          Noch vor kurzem das siebtgrößte Unternehmen in den USA, spielt Enron jetzt an der Wall Street keine Rolle mehr. Das US-Justizministerium, der Kongress und die Börsenaufsicht untersuchen derzeit, wie es zur größten amerikanischen Wirtschaftspleite kommen konnte. Es wird Monate dauern herauszufinden, was sich wirklich bei dem Energieversorger abgespielt hat.

          August 2001: Kenneth Lay rückt nach einem sechsmonatigen Intermezzo von Jeffrey Skilling erneut als CEO an die Spitze von Enron. Von einer Mitarbeiterin wird Lay anonym gewarnt, das Unternehmen könne wegen fragwürdiger Bilanzierungsmethoden vor dem Kollaps stehen.

          16. Oktober: Enron veröffentlicht einen Verlust von 638 Millionen Dollar im dritten Quartal und berichtet von Abschreibungen im Wert von 1,2 Milliarden Dollar nach dem Ausstieg aus Investmentgeschäften.

          22. Oktober: Die Börsenaufsicht SEC befasst sich mit der Buchführung und Bilanzierung bei Enron.

          23. Oktober: David B. Duncan, der für Enron verantwortliche Partner beim Wirtschaftsprüfer Arthur Andersen, veranlasst die Vernichtung tausender E-Mails und einer Vielzahl von Papieren, als er von der SEC-Anfrage erfährt.

          24. Oktober: Enron ernennt Jeff McMahon zum neuen Finanzchef für Andrew Fastow, dessen gewinnbringende Geschäfte mit Partnerschaften die SEC unter die Lupe nimmt.

          28. Oktober: Lay informiert Finanzminister Paul O'Neill telefonisch über die finanzielle Schieflage.

          29. Oktober: Lay fragt bei Handelsminister Don Evans an, ob er auf die drohende Herabstufung von Enron bei der Rating-Agentur Moody's Einfluss nehmen kann.

          31.Oktober: Die Börsenaufsicht SEC leitet eine offizielle Untersuchung gegen Enron ein.

          9. November: Der Konkurrent Dynegy gibt ein Übernahmeangebot für Enron gegen 8 Milliarden Dollar in Aktien ab.

          19. November: Enron korrigiert seine Ergebnisse für das dritte Quartal und berichtet, dass am 27. November Forderungen über 690 Millionen Dollar fällig werden.

          20. November: Die Enron-Aktie fällt um 23 Prozent auf 6,99 Dollar und erreicht damit den niedrigsten Stand seit zehn Jahren.

          21. November: Enron erreicht einen Aufschub für die Kreditzahlung.

          26. November: Die Enron-Aktie fällt um 15 Prozent auf 4,01 Dollar.

          28. November: Dynegy lässt die Übernahme platzen, nachdem das Kreditwürdigkeit von Enron nach unten gesetzt wurde. Enron gilt jetzt als Junk Bond (Ramsch-Anleihe). Die Enron-Aktie fällt unter einen Dollar und wird zu dem meistgehandelten Wert aller Zeiten an der New Yorker Börse und der Nasdaq.

          2. Dezember: Enron meldet Konkurs an.

          9. Januar 2002: Das Justizministerium nimmt Ermittlungen gegen Enron auf.

          10. Januar: Arthur Andersen gibt zu, Enron-Akten vernichtet zu haben.

          11. Januar: Justizminister John Ashcroft und der zuständige Staatsanwalt in Houston ziehen sich wegen Befangenheit von der Enron-Untersuchung zurück.

          15. Januar: Die New York Stock Exchange streicht die Enron-Aktie vom Kurszettel. Die Schweizer Großbank UBS übernimmt das Energiehandelsgeschäft von Enron gegen einen Teil der zukünftigen Erträge. Der Wirtschaftsprüfer Arthur Andersen entlässt den für Enron zuständigen Partner Duncan.

          25. Januar: Der ehemalige Enron-Manager J. Clifford Baxter wird tot in seinem Auto gefunden.

          29. Januar: Stephen Cooper wird neuer Enron-Chef.

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