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Großteil verpackt : Immer noch viel Plastik im Gemüseregal

Paprika liegen in einem Supermarkt in Würzburg. Bild: dpa

Supermärkte machen derzeit häufig mit Aktionen gegen unnötigen Plastikmüll von sich reden. Besonders erfolgreich sind sie damit offenbar aber noch nicht. Umweltfreundliche Kunden müssen an der Kasse draufzahlen.

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          In den vergangenen Monaten haben Lebensmittelhändler in Deutschland – von Discountern bis hin zu hochpreisigen Supermärkten – immer wieder öffentlichkeitswirksam für ihre Bemühungen geworben, Plastikverpackungen in ihren Regalen zu reduzieren. Eine aktuelle, nichtrepräsentative Untersuchung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) in Filialen der acht wichtigsten deutschen Lebensmittelketten legt jetzt nahe, dass sie damit nur schleppend vorankommen.

          Jessica von Blazekovic

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          In den 42 untersuchten Geschäften wird Obst und Gemüse demnach immer noch zu fast zwei Dritteln in Plastikverpackungen verkauft. Geprüft wurden insgesamt 1394 Angebote an Tomaten, Möhren, Paprika, Gurken und Äpfeln. Dabei sind den Verbraucherschützern große Unterschiede zwischen den einzelnen Märkten aufgefallen: Discounter etwa verkauften deutlich mehr Obst und Gemüse in Plastikverpackungen als andere Supermärkte. So sei bei Penny und Aldi die durchschnittliche Plastikquote mit 81 und 74 Prozent besonders hoch, bei Edeka dagegen mit 48 Prozent wesentlich geringer.

          Die Untersuchung habe zudem eine weitere Erkenntnis gebracht: Unverpackte Ware sei häufig teurer als verpackte. Im Durchschnitt sei bei 57 Prozent der durchgeführten Preisvergleiche zwischen verpackten und unverpackten Ernteprodukten die verpackte Variante günstiger gewesen. In 31 der 42 untersuchten Märkte müssten Kunden demnach für einen umweltfreundlichen Einkauf deutlich mehr Geld zahlen – 274,64 Euro statt 233,92 Euro für den getesteten Warenkorb.

          Tomaten in Plastik

          Besonders schlecht fiel die Plastikbilanz von Tomaten aus: In 78 Prozent der Fälle wurden sie verpackt angeboten, in einem Kaufland-Markt etwa waren 14 von 16 verschiedenen Tomatensorten in Plastik verpackt. Paprika und Möhren seien in einigen Discountern sogar ausschließlich verpackt erhältlich gewesen. Mit einer Plastikquote von 43 Prozent schnitt ausgerechnet die Gurke am besten ab. Das Gemüse wird besonders häufig als Symbol für unnötige Verpackung herangezogen.

          Der vzbv forderte den Handel auf, sein Angebot an unverpacktem Obst und Gemüse deutlich auszuweiten: „Es reicht nicht, Verbrauchern Mehrwegnetze anzubieten, wenn sie dann überwiegend verpackte Produkte in den Regalen finden“, sagte vzbv-Vorstand Klaus Müller. Öffentlichkeitswirksame Aktionen wie hüllenlose Gurken reichten nicht aus. Erfülle die Verpackung keine Schutzfunktion, sei sie überflüssig. Michael Knobloch, Vorstand der Verbraucherzentrale Hamburg, fügte hinzu: „Wer umweltfreundlich einkaufen will, darf dafür nicht zusätzlich zur Kasse gebeten werden.“

          Die Verbraucherschützer kritisierten zudem die in dem seit Januar 2019 geltenden Verpackungsgesetz geforderte freiwillige Verpackungsvermeidung. Da sie in der Praxis keine Rolle spiele, müsse sich die Politik mit Handel und Herstellern auf verbindliche Reduktionsziele einigen.

          Der Handel begründet den Einsatz von Verpackungsmaterial bei Obst und Gemüse insbesondere mit der dadurch erzielten längeren Haltbarkeit von Produkten. So könne die unnötige Verschwendung von Lebensmitteln vermieden werden.

          Laut einer Studie der GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung im Auftrag des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) aus dem Jahr 2017 fallen in den Obst- und Gemüseabteilungen deutscher Supermärkte jedes Jahr 60.000 Tonnen Verpackungsmaterial an. Schon damals waren 63 Prozent des Obst- und Gemüseangebots im Einzelhandel vorverpackt.

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