https://www.faz.net/-gqe-a57ni

Erdgas : Planungen für LNG-Terminal in Wilhelmshaven vorerst gescheitert

  • Aktualisiert am

Umweltaktivist demonstrierten noch im September gegen das LNG-Terminal in Wilhelmshaven. Bild: dpa

In Wilhelmshaven wird vorerst kein Terminal für verflüssigtes Erdgas (LNG) gebaut. Das verkündete Uniper am Freitag.

          1 Min.

          Das seit langem geplante Flüssigerdgas-Terminal in Wilhelmshaven steht in seinem ursprünglichen Umfang auf der Kippe. Es gebe zu wenig konkretes Interesse von Partnern, dort Kapazitäten für Importe des Rohstoffes fest zu reservieren, teilte der bei dem Großprojekt federführende Energiekonzern Uniper am Freitag mit. Die Absichten der Marktteilnehmer reichten für eine „Fortsetzung in bisheriger Form“ nicht aus. Man prüfe nun eine geringere Dimension und kürzere Laufzeit.

          Nach Uniper-Angaben wurde ein Verfahren zur Ermittlung des konkreten Interesses beendet. „Zahlreiche Unternehmen hatten teilgenommen und ihr allgemeines Interesse erklärt, aber zu wenige hatten verbindliche Buchungen vorgenommen“, hieß es. „Die Projektgesellschaft überlegt nun mehrere neue Optionen, wie der Standort Wilhelmshaven als Importhafen für umweltfreundliches Gas genutzt werden kann.“ Dabei könne es langfristig auch um die Einfuhr von Wasserstoff gehen.

          „Sicher haben wirtschaftliche Unsicherheiten in dem aktuellen Umfeld eine Rolle gespielt“, sagte Projektleiter Oliver Giese zu den Überlegungen. „Die Ergebnisse des Interessenbekundungsverfahrens machen es erforderlich, die Dimension und Ausrichtung des geplanten Terminals so zu überarbeiten, dass eine Investition für die Marktakteure attraktiv und für (...) Uniper wirtschaftlich berechenbar ist.“ Die Investitionsentscheidung war bereits länger geprüft worden.

          Verflüssigtes Erdgas gilt als möglicher „Brückenträger“ in der Energiewende, es gibt jedoch auch Kritik an seiner stärkeren Nutzung. Vor allem Katar fördert den Rohstoff, auch Amerika will ihn in großem Maßstab nach Europa exportieren und ist aus diesem Grund strikt gegen den Weiterbau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 zwischen Russland und Deutschland. Im Juli hatte es geheißen, der Wilhelmshavener Standort stehe zudem wegen eines geschützten Unterwasser-Biotops noch nicht fest. Neben Wilhelmshaven laufen auch in Brunsbüttel, Stade und Rostock Planungen für LNG-Terminals.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kanzlerin ohne Konfetti: Keine Schonung, keine Unterstützung - nicht in der Todeszone der Hochgebirgspolitik

          Merkels langer Schatten : Kanzlerin ohne Konfetti

          Angela Merkel wollte sich lange nicht in die Nachfolgefrage einmischen. Das musste sie auch nicht: Alle Kandidaten haben sich an ihr orientiert.
          Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler (/links) und der Spitzenkandidat Rainer Brüderle am 23. September 2013, dem Tag nach der Bundestagswahl

          Bundestagswahlen seit 1949 : 2013: Die FDP fliegt aus dem Bundestag

          19 Wahlen, 19 Geschichten. Heute: Angela Merkel beschert der Union aus heutiger Sicht unerreichbare 41,5 Prozent. Aber das eigentliche Ereignis der Bundestagswahl 2013 ist das Scheitern der Liberalen. Teil 18 unserer Wahlserie.
          Edgar Engist  mit seinen Hunden und Schafen auf seiner Wiese in Bollschweil. Der Schäfer fragt sich, warum Wölfe so viel mehr wert sein sollen als seine Arbeit.

          Landfrust : Im Würgegriff der Bürokraten

          Von Wolf bis Windkraft: Gut gemeinte Vorschriften, die in fernen Großstädten erdacht werden, treiben die Selbständigen auf dem Land in den Wahnsinn.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.