https://www.faz.net/-gqe-6zf63

Pläne einer Regierungskommission : Japan erwägt Solarförderung nach deutschem Vorbild

  • Aktualisiert am

Sollarpanele in Japan Bild: dapd

Gut ein Jahr nach der Atomkatastrophe von Fukushima plant Japan eine Förderung erneuerbarer Energien nach deutschem Vorbild. Eine Regierungskommission empfahl einen festen Abnahmepreis für Solarstrom über 20 Jahre.

          Die Einspeisevergütung für Investoren in Solaranlagen soll demnach ab Juli greifen und zunächst umgerechnet knapp 40 Euro-Cent pro Kilowattstunde betragen. Dies entspricht in etwa Forderungen aus der Industrie, so dass mit einem Schub für Sonnenenergie gerechnet wird. Auch für Windstrom soll es ähnliche Regelungen über ebenfalls 20 Jahre geben. Japan hat nach dem Fukushima-Desaster und der Abschaltung von fast allen der über 50 Reaktoren eine massives Energieproblem. Solarstrom trägt wegen fehlender Investitionsanreize derzeit weniger als ein Prozent zur Stromerzeugung bei. Atomkraft hatte vor Fukushima einen Anteil von rund 30 Prozent.

          Die Kommission will noch in dieser Woche ihre Vorschläge an Handelsminister Yukio Edano weiterleiten, der bis Ende Mai eine endgültige Entscheidung treffen soll.

          Ähnlich wie in Deutschland sollen die Kosten für die Hilfen über die Stromrechnung auf alle Verbraucher umgelegt werden. . „Aus dem Blick der Haushalte mag dies eine Last sein. Aber es ist auch eine Investition in die erneuerbaren Energien“, sagte Kommissionsvorsitzende Kazuhiro Ueta. „Das Gesetz macht es notwendig, dass wir in den ersten drei Jahren besonders auf die Rendite der Investoren schauen müssen.“

          Auch in Deutschland hatte sich die Debatte über die Kosten der Förderung an den hohen Renditen für Investoren entzündet. Diese profitierten von einem weltweiten Preisverfall für Module, der schneller voranging als die Kürzungen der Subventionen. Nach neuer Gesetzeslage liegen die Vergütungen in Deutschland schon unter 20 Cent pro Kilowattstunde.

          Weitere Themen

          Was Fans auf der Gamescom erwartet

          Trends der Gaming-Szene : Was Fans auf der Gamescom erwartet

          Die weltgrößte Gamesmesse beginnt am Montagabend – zum ersten Mal mit einer großen „Opening Night“. Vor allem zwei Trends werden die Messe dieses Jahr prägen – und eine Sache fehlt.

          Als die Grenze fiel Video-Seite öffnen

          August 1989 : Als die Grenze fiel

          Die Welt hat lange stillgestanden an der ungarisch-österreichischen Grenze. Bis zum 19. August 1989. Dann, vor 30 Jahren, platzte zwischen Fertörákos und Mörbisch eine Nahtstelle des Eisernen Vorhangs – mit weitreichenden Folgen für die Region und ganz Europa.

          Topmeldungen

          „Verschrotter“ gegen „Planierraupe“: Renzi am Dienstag im italienischen Senat

          Regierungskrise in Italien : Im Land der wilden Matteos

          Italiens früherer Ministerpräsident Renzi wittert in der Regierungskrise die Gelegenheit für ein Comeback – und versucht nun, die Neuwahlpläne seines Erzfeindes Salvini zu durchkreuzen. Der Publizist Massimiliano Lenzi prophezeit einen „langen Krieg der Matteos“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.