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Piloten : Erpressungspotential

  • -Aktualisiert am

Bei der Lufthansa geht es jetzt richtig zur Sache. In der kommenden Woche streiken die Piloten - für sie geht es ans Eingemachte: Besitzstände und Privilegien sind in Gefahr.

          Nach den Warnstreiks im öffentlichen Dienst geht es bei der Deutschen Lufthansa richtig zur Sache. Mehr als 90 Prozent der 4500 Flugzeugführer versagt dem Management die Gefolgschaft bei Sparplänen und Konzernumbau.

          Im Gegensatz zu den vergangenen Arbeitskämpfen der Piloten, die 2001 den Betrieb wegen hoher Lohnforderungen lahmlegten, geht es jetzt um effiziente Strukturen für Deutschlands größte Fluggesellschaft, die sich nach Übernahmen in Serie längst in einen europäischen Konzern verwandelt hat.

          Angesichts der Luftfahrtkrise ist stramme Kostendisziplin gefragt. Kundenschwund, der Siegeszug von Billigfliegern und der staatlich geförderten Konkurrenten aus der Golfregion im Langstrecken-Geschäft machen der Lufthansa schwer zu schaffen. Dabei erfordert der hausinterne Vergleich mit den kostengünstigeren Tochtergesellschaften im Ausland zwangsläufig eine tiefe Remedur bei den Vergütungssystemen der Muttergesellschaft Lufthansa.

          Für beide Seiten geht es in diesem Arbeitskampf um sehr viel. Es gilt die Profitabilität des Konzerns zu sichern und dabei das Gehaltsniveau der Leistungsträger an zeitgemäße und damit niedrigere Standards in Europa anzupassen.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

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