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Pharma : Viagra erhält Konkurrenz in Deutschland

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Eli Lilly hat sein Potenzmittel Cialis zu Beginn des Monats auf den deutschen Markt gebracht und macht damit dem Pharmakonzern Pfizer, Hersteller der ersten Potenzpille Viagra, direkte Konkurrenz.

          Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg. Der amerikanische Pharmakonzern hat zu Beginn dieses Monats sein neues Potenzmittel Cialis auf den deutschen Markt gebracht. Im ersten Jahr werde ein Umsatz in zweistelliger Millionenhöhe erwartet, sagte der Geschäftsführer der Lilly Deutschland GmbH, Abbas Hussain, am Montag in Frankfurt. Der Substanz werde das Potential für einen sogenannten Blockbuster bescheinigt. Mit der Einführung erhält der Pharmakonzern Pfizer, Hersteller der ersten und inzwischen recht bekannten Potenzpille Viagra, erstmals direkte Konkurrenz.

          Für Medikamente gegen Erektionsstörungen gebe es ein „enormes Marktpotential“, teilte Eli Lilly weiter mit. Nach Expertenschätzungen leiden rund 150 Millionen Männer an Erektionsstörungen, hierzulande seien es etwa 6 Millionen. Von diesen Fällen werde höchstens jeder zehnte behandelt. In den kommenden fünf Jahren könne sich diese Quote verdrei- oder vervierfachen, hofft das Unternehmen. Möglichst noch im ersten Halbjahr, allerdings nicht vor Mitte März, will auch der Chemie- und Pharmakonzern Bayer sein Potenzmittel Levitra in Europa einführen. Beide Unternehmen rechnen außerdem noch in diesem Jahr mit der Zulassung der Medikamente in den Vereinigten Staaten.

          Bayer plant Europaeinführung seines Potenzmittels im ersten Halbjahr

          Möglichst noch im ersten Halbjahr, allerdings nicht vor Mitte März, will auch der Chemie- und Pharmakonzern Bayer sein Potenzmittel mit dem geplanten Namen Levitra in Europa einführen. Der wissenschaftliche Arzneimittelausschuß der europäischen Zulassungsbehörde hat Ende vergangenen Jahres zwar schon eine positive Empfehlung ausgesprochen, doch liegt noch keine Zulassung vor. Beide Unternehmen hoffen zudem darauf, noch in diesem Jahr in den Vereinigten Staaten die Zulassung ihrer Potenzmittel zu erhalten. Bayer ist trotz einer Klage des Wettbewerbers Pfizer gegen die beiden designierten Mitbewerber zuversichtlich, in der zweiten Jahreshälfte mit auf den amerikanischen Markt kommen zu können. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hatte dem Leverkusener Konzern zunächst noch weitere Auflagen erteilt.

          In Deutschland hat Eli Lilly im vergangenen Jahr ein leichtes Umsatzwachstumvon 4,4 Prozent auf 369 Millionen Euro erzielt. Mehr als die Hälfte des Umsatzes entfiel dabei auf die vier Präparate Zyprexa, eine Arznei zur Schizophrenie-Therapie, Gemzar, ein Krebsmedikament, Humalog, ein Insulin-Präparat, und Evista, ein Osteoporose-Mittel. Die Nachfrage nach diesen Präparaten legte in Deutschland zwischen 17 und 38 Prozent zu. Gemzar werde voraussichtlich der nächste Blockbuster des Unternehmens werden, hieß es. In diesem Jahr erwartet die Gesellschaft in Deutschland ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Bereich. Die Ergebnisentwicklung werde voraussichtlich durch den von der Bundesregierung neu eingeführten Zwangsrabatt von 6 Prozent auf Produkte, die nicht der Festbetragsregelung unterliegen, gebremst. Dies betreffe einen großen Teil der Produktpalette von Eli Lilly, erklärte Direktor Nick Schulze-Solce. Genaue Angaben zum Ergebnis machte er nicht.

          Eli Lilly in diesem Jahr nur mit stagnierendem Ergebnis

          International rechnet der Konzern in diesem Jahr nur noch mit einem stagnierenden Ergebnis, nachdem die Prognose in den vergangenen Monaten sukzessive nach unten korrigiert wurde. Der Grund seien hohe Investitionen in Anlagen und neue Produkte. Eli Lilly wolle alle zwei Quartale ein neues Produkt einführen, kündigte Hussain an. Geplant sei in diesem Jahr die Einführung des Osteoporose-Medikaments Forsteo in Europa. In den Vereinigten Staaten sollen das Präparat zur Behandlung von Depressionen, Cymbalta, und Cialis auf den Markt kommen.

          Im vergangenen Jahr ist der Umsatz international um 4 Prozent auf 11,1 Milliarden Dollar gesunken. Das um einmalige Ereignisse bereinigte Betriebsergebnis verringerte sich um 11 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar. Eine Besserung zeichnete sich im vierten Quartal ab. Damit habe sich Eli Lilly von dem Geschäftseinbruch nach Auslaufen des Patentschutzes für das Blockbuster-Medikament Prozac erholt, erklärte der Deutschland-Geschäftsführer. So habe der Umsatz im vierten Quartal um 4 Prozent zugelegt, der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte um 13 Prozent.

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