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Pharma : Schering bleibt auf der Spur

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"Zu Unrecht in Sippenhaft genommen": Schering-Vorstand Hubertus Erlen im F.A.Z. Business-Radio Bild: dpa

Der Pharmakonzern Schering hat die Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt. Wichtigster Umsatzträger ist weiter das Multiple-Sklerose-Präparat Betaferon.

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          Der Berliner Pharmakonzern Schering hat seinen Betriebsgewinn im zweiten Quartal 2002 auf 185 Millionen Euro gesteigert, die Erwartungen von Analysten damit aber verfehlt.

          Der Betriebsgewinn stieg um sieben Prozent. Analysten hatten im Durchschnitt einen Anstieg um knapp 13 Prozent erwartet. Der Umsatz ist Schering zufolge um vier Prozent auf 1,298 Milliarden Euro gestiegen. Auch hier hatten Analysten mehr erwartet. Der Konzerngewinn betrug danach 138 Millionen Euro im zweiten Quartal, bereinigt um die Erlöse aus dem Verkauf des 24-Prozent-Anteils an dem Pflanzenschutzunternehmen AventisCropScience.

          Leukine drückt das Ergebnis

          Der Konzern bekräftigte seine Aussage für das Gesamtjahr 2002, wonach Betriebs- und Konzerngewinn zweistellig und der Umsatz im hohen einstelligen Bereich steigen sollen. Im dritten Quartal werden Aufwendungen in Zusammenhang mit dem erworbenen Produkt Leukine in Höhe von vorläufig 230 Millionen Euro Ergebnis belasten, teilte Schering mit. Ohne Berücksichtigung dieses Aufwandes und der übrigen Einmaleffekte des zweiten Quartals erwartet das Unternehmen aber beim Betriebsergebnis und beim Konzerngewinn für das Geschäftsjahr 2002 unverändert ein zweistelliges Wachstum.

          Yasmin kommt gut an

          Die Expansion in den USA, eines der wichtigsten Unternehmensziele, kommt nach Angaben des Konzerns gut voran. Kursbereinigt habe man im zweiten Quartal ein Absatzplus von 22 Prozent erwirtschaftet. Dazu hätten auch die neuen Präparate wie die Anti-Baby-Pille Yasmin und das Krebsmedikament Campath mit einem deutlichen Absatzplus beigetragen. Yasmin sei mit einem Anteil von 4,5 Prozent bei den Neuverschreibungen die erfolgreichste Markteinführung in diesem Bereich in den letzten Jahren gewesen, erklärte Schering.

          Multiple-Sklerose-Präparat bleibt Umsatzstütze

          Wichtigster Umsatzträger war weiterhin das Multiple-Sklerose-Präparat Betaferon. Allein mit diesem Mittel nahm Schering 388 Millionen Euro ein, ein Plus von 19 Prozent. Der Schweizer Konkurrent Serono hatte Anfang des Jahres sein MS-Medikament Rebif eingeführt und ist eine Vertriebspartnerschaft mit dem Pfizer-Konzern eingegangen. Diese Konkurrenz hatte den US-Konzern Biogen bereits veranlasst, seine Umsatz und Gewinn-Prognosen zurückzunehmen. Schering sieht sich jedoch deutlich weniger betroffen.

          Probleme bereiteten Schering die Wechselkurse. Trotz der Dollar-Schwäche ergab sich in den USA allerdings eine Umsatzsteigerung um 20 Prozent. In Japan war der Umsatz dagegen um zwölf Prozent rückläufig. Weltweit zählt Schering derzeit knapp 26 000 Beschäftigte, 1000 mehr als vor einem Jahr.

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