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Pharma : Bayer bald in New York gelistet

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Sprung nach New York Bild: dpa

Der Pharmakonzern geht verspätet an die New Yorker Börse. Ab Donnerstag kann die Aktie dort gehandelt werden - mit langfristigen Vorteilen.

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          Am kommenden Donnerstag ist es für Manfred Schneider endlich soweit: Nach dem traditionellen “Bell Ringing“ zum Handelsauftakt an der New York Stock Exchange (NYSE) wird die Aktie der Bayer AG erstmals auch an der Wall Street gehandelt. Für den Vorstandsvorsitzenden des Leverkusener Chemie- und Pharmakonzerns ist dies wohl einer der letzten Höhepunkte in seiner zehnjährigen Amtszeit.

          Ob der Börsengang für Bayer aber gleich zu ausgelassener Freude führen wird, kann zumindest bezweifelt werden. Denn der Lipobay-Skandal hängt gerade in den USA immer noch wie eine drohende Wolke über dem Konzern.

          Verspätung nach Skandal

          Eigentlich hatte Bayer ja bereits im vergangenen September das Listing an der NYSE aufnehmen wollen. Nachdem das Unternehmen aber im Monat zuvor den Hoffnungsträger Lipobay, der in den USA unter dem Namen Baycol vertrieben wurde, vom Markt nehmen musste, wurde auch der Gang an die Wall Street verschoben. Der jetzige Zeitpunkt sei immer noch nicht optimal, meint Leslie Zacher, Bayer-Analystin der WGZ-Bank. Bayer habe nach wie vor Image-Probleme. Hierzu trägt die Zahl der Todesfälle bei, die mit Lipobay in Zusammenhang gebracht werden. Im Börsenprospekt nannte Bayer jetzt die Zahl von rund 100 - fast doppelt so viele, wie bisher bekannt.

          Kein optimaler Zeitpunkt

          Zudem sind im Zusammenhang mit Lipobay etwa 160 Klagen gegen den Konzern anhängig. Unter anderem will jetzt auch der Münchener Anwalt Michael Witti die deutschen Geschädigten in eine Sammelklage einbeziehen. Lipobay zwang den Leverkusener Konzern zudem in ein drastisches Sparprogramm, Umstrukturierungen im Konzern und zur Suche nach Partnern im angeschlagenen Pharmageschäft. Eine solche Kooperation könnte der Vorstandsvorsitzende Schneider eventuell bereits im Vorfeld des Börsengangs verkünden, wenn er am Dienstag in New York eine Pressekonferenz zum Listing gibt. Medienberichten zufolge steht Bayer unter anderem vor einem Joint Venture mit der Aventis SA im Blutpräparate-Geschäft, das mit etwa einer Milliarde Dollar bewertet wird.

          Listing bringt erst mittelfristig Vorteile

          Einen größeren Schub für die Bayer-Aktie wird das Listing an der NYSE nach Ansicht von Analysten aber nicht bringen. Das Erschließen von neuen Anlegergruppen werde nicht so groß sein, meint etwa Ludger Mues von Sal. Oppenheim. Der Börsengang sei für die Aktie eher “neutral“ einzuschätzen. Der große Vorteil eines US-Listings wird sich für Bayer daher möglicherweise erst später zeigen: Der Konzern hätte endlich - wie gewünscht - eine Akquisitionswährung vor Ort. Und mit der könne er sich dann auch verstärkt auf Partnersuche machen und dem Ziel widmen, den US-Marktanteil auszubauen, unterstreicht Leslie Zacher von der WGZ-Bank.

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