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Davos : Pfizer verspricht billige Medikamente für ärmere Länder

  • -Aktualisiert am

Auf dem Podium: Pfizer CEO Albert Bourla (R) gemeinsam mit Klaus Schwab vom Weltwirtschaftsforum in Davos. Bild: EPA

Der amerikanische Pharmakonzern kontert Kritik mit einem Programm für Teile Afrikas und Südostasiens: Dort will er alle Produkte zum Selbstkostenpreis abgeben.

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          Hersteller von Corona-Impfstoffen wie Pfizer, Biontech und Moderna machen mit den Präparaten astronomische Gewinne. Ihnen ist dabei vorgeworfen worden, nicht genug zu tun, um die Produkte auch ärmeren Ländern zur Verfügung zu stellen. Solcherlei Kritik kontert Pfizer jetzt mit einem groß angelegten Programm, das auf die Gesundheitsversorgung in ärmeren Regionen der Welt abzielt und weit über Impfstoffe hinausgeht. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos kündigte Vorstandsvorsitzender Albert Bourla an, der Konzern werde künftig alle seine patentgeschützten Medikamente und Impfstoffe in 45 einkommensschwachen Ländern der Welt zum Selbstkostenpreis anbieten.

          Die Initiative umfasst insgesamt 23 Produkte. Darunter sind Pfizers Corona-Impfstoff und auch das erst vor wenigen Monaten auf den Markt gekommene Medikament Paxlovid zur Behandlung von Menschen, die sich mit dem Virus infiziert haben. Auch Arzneimittel gegen Krebs und andere Erkrankungen sind Teil des Programms. Pfizers Versprechen soll auch für künftige Medikamente gelten. In diesem Zusammenhang kündigte das Unternehmen eine Kooperation mit der wohltätigen Bill & Melinda Gates Foundation rund um Impfprojekte für ärmere Länder an. Mit finanzieller Unterstützung der Gates-Stiftung will Pfizer zum Beispiel Impfungen gegen eine bakterielle Infektion entwickeln, die dort oft eine Ursache für Totgeburten sind.

          „Echte Partnerschaft“

          Die 45 Länder, die Teil des Programms werden sollen, befinden sich vor allem in Afrika und Südostasien. Hier leben nach Pfizers Angaben insgesamt 1,2 Milliarden Menschen. Die Initiative soll zunächst mit den fünf Ländern Ruanda, Ghana, Malawi, Senegal und Uganda beginnen, bevor sie dann auf andere Regionen ausgeweitet wird. Pfizer will mit Behörden in diesen Ländern zusammenarbeiten, um den Zugang zu Gesundheitsversorgung auch jenseits der reinen Bereitstellung von Medikamenten zu verbessern, zum Beispiel mit Blick auf die Diagnose von Krankheiten oder Modernisierungen der Infrastruktur.

          Lazarus Chakwera, der Präsident von Malawi, sagte, das Programm sei eine „echte Partnerschaft“, bei der Pfizer und die Länder Aufgaben und Kosten teilten. „Das hilft einkommensschwachen Ländern, ohne ihre Würde zu verletzen.“ Pfizer-Vorstandschef Bourla sagte in Davos, Kollegen von anderen Pharmaunternehmen hätten ihm signalisiert, sich der Initiative anschließen zu wollen.

          Pfizer steht dank seiner Corona-Produkte derzeit wirtschaftlich glänzend da. Der Konzern hat im vergangenen Jahr seinen Umsatz auf 81,3 Milliarden Dollar fast verdoppelt und dabei einen Nettogewinn von knapp 22 Milliarden Dollar ausgewiesen. Allein der zusammen mit dem deutschen Partner Biontech entwickelte und vermarktete Impfstoff brachte einen Umsatz von 37 Milliarden Dollar, und für dieses Jahr werden weitere 32 Milliarden Dollar erwartet. Für sein neues Corona-Mittel Paxlovid rechnet Pfizer in diesem Jahr mit einem Umsatz von 22 Milliarden Dollar.

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