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Flaschen : Brauer gegen Pfand-Tohuwabohu

Verschiedene Bierflaschen in einem bayerischen Hopfenmuseum Bild: dpa

Braucht jede Brauerei eine eigene Bierflasche? Bei den Halbliter-Pfandflaschen hat ein „Trittbrettfahrerproblem“ diesen Trend verstärkt. Bei den kleineren Flaschen soll das jetzt verhindert werden.

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          Um die Pflege der Bierflaschen im deutschen Mehrwegsystem soll sich künftig ein eigenes Unternehmen kümmern. Vier der größten deutschen Brauunternehmen – Krombacher, Radeberger, Bitburger und Warsteiner – wollen dafür im September gemeinsam eine unabhängige Gesellschaft in Düsseldorf gründen. Das Unternehmen soll die Qualität der umlaufenden Flaschen sichern.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          In der Branche gibt es seit längerer Zeit Unmut darüber, dass es keine klaren Regeln gibt, welche Brauerei wie viele neue Bierflaschen in den Mehrweg-Kreislauf einspeisen muss, damit der umlaufende Flaschenbestand nicht verkommt. Ökonomisch betrachtet gibt es ein „Trittbrettfahrerproblem“: Jede Brauerei hofft, dass die Konkurrenz neue Flaschen in den Kreislauf einspeist und sie selbst um die Kosten herum kommt. Die Folge: Der Flaschenpool veraltet immer mehr, weil er nicht ausreichend erneuert wird.

          Während das Mineralwasser-Pfandsystem im Hintergrund zentral von der Genossenschaft Deutscher Brunnen organisiert wird, fehlt im Bier-Pfandsystem bislang eine solche zentrale Lenkungsinstanz. Aus Frust darüber sind etliche Brauereien schon von der Einheitsflasche abgerückt und stattdessen zu Individualflaschen mit eingeprägtem Namen übergegangen. So können sie als Eigentümer der Flaschen Alter und Aussehen selbst bestimmen. Laut Schätzungen sind mittlerweile mehr als 100 verschiedene Bierflaschentypen im Umlauf.

          Um das Trittbrettfahrerproblem zu lösen, haben die Initiatoren jetzt verbindliche Regeln für die Teilnahme an dem Flaschenpool vereinbart. Das neue Unternehmen soll das Einhalten der Regeln kontrollieren. Ziel sei der „Umstieg von einem ungeregelten in einen geregelten Pool“. Firmieren wird das Unternehmen zum Schutz der Einheitsflasche unter dem Namen „Gesellschaft für Mehrwegmanagement“.

          Zunächst soll sich das Unternehmen nur um die kleinen 0,33-Liter-Longneck-Pfandflaschen kümmern. Anders als bei den Halbliterflaschen hat sich bei den kleineren Flaschen noch kein Trend zu Individualflaschen durchgesetzt. Damit es dazu auch nicht kommt, wollen die vier Brauereien rechtzeitig mit klaren Ein- und Ausschleusungsvorgaben vorbeugen. Eine spätere Ausweitung auf andere Flaschengrößen sei aber „durchaus denkbar“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der vier Brauereien. Die Gründung des Unternehmens sei „ein wichtiges Signal für die gesamte Getränkebranche“.

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